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Chávez weiterhin in Behandlung in Kuba

21.01.2013 Seit mehr als einem Monat gibt es kein Lebenszeichen des venezolanischen Präsidenten. Nach offiziellen Angaben befindet er sich nach wie vor in Kuba, um sich von seiner Operation im Dezember zu erholen. Während die Gerüchte um den Gesundheitszustand immer weiter zunehmen, betonen die Regierungsmitglieder immer wieder, dass der Präsident sich in einem guten Zustand befinde und bereits bald nach Venezuela zurückkehren werde.

Chávez in "zweiter Behandlungsphase"

Der Vizepräsident Nicolás Maduro, der im Moment die Amtsgeschäfte des Präsidenten in Venezuela ausübt, nahm gestern in einem Interview erneut Stellung zur Lage des Präsidenten des Karibikstaates. Demnach werde nun die zweite Behandlungsphase nach seiner Krebsoperation vor über einem Monat beginnen, was darauf schließen lasse, dass er bald nach Venezuela zurückkehren könne, um wieder seinen Amtsgeschäften nachzugehen.

Der Vizepräsident gab an, dass bei seinem letzten Besuch in Kuba Chávez einen siegesgewissen Eindruck gemacht habe und dass er ihn zusammen mit mehreren Regierungsmitgliedern besucht und dabei seine Hand gehalten habe. Dabei habe der venezolanische Regierungschef einen "speziellen Glanz" in seinen Augen gehabt und außerdem soll er ihm den Dank an das Volk und an seine Streitkräfte ausgerichtet haben.

Gerüchte über den wahren Gesundheitszustand

Derweil reißen die Gerüchte über den wirklichen Zustand des Präsidenten nicht ab. Vor wenigen Tagen veröffentlichte beispielsweise eine spanische Tageszeitung, der Präsident habe während seiner Operation im Dezember einen Herzinfarkt erlitten und befinde sich seither in sehr kritischem Zustand. Die Information stammt angeblich von einem Mitglied des Ärzteteams, das den Eingriff durchführte.

Die Abwesenheit des Präsidenten, ohne dass es ein wirkliches Lebenszeichen von ihm gibt, sorgt für immer mehr Unruhe im Land. Nachdem Chávez bei seiner eigentlichen Vereidigung nicht anwesend war und letzte Woche - angeblich auf das Geheiß des Präsidenten - ein neuer Kabinettchef ernannt wurde, meldete sich letzte Woche auch erstmals Oppositionelle Henrique Capriles zu Wort. Erforderte, dass, wenn es Chávez tatsächlich so gut gehe, wie behauptet, er ein Lebenszeichen von sich geben solle. Chávez ist bereits seit vielen Wochen abwesend und lediglich die Berichte hoher Regierungsmitglieder bezeugen, dass es ihm gut geht. Viele Beobachter haben jedoch Zweifel an diesen Berichten, zumal es in Zeiten der digitalen Medien sehr einfach wäre, mit einem aktuellen Foto oder einer Videokonferenz jegliche Zweifel zu zerstreuen.





© Harald Angles