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Venezuela nach dem Tod des Präsidenten Chávez

07.03.2013 Nachdem der amtierende Präsident Hugo Chávez am Dienstag verstorben war, lag die politische Zukunft des Karibikstaates zunächst völlig im Dunkeln. Bereits gestern verkündeten die Machthaber jedoch ihren Plan für die nächsten Monate.

Die Übergangsregierung und die Neuwahlen

Für den Fall, dass der Präsident kurz nach seinem Amtsantritt stirbt, sieht die venezolanische Verfassung eigentlich vor, dass dieses Amt vorübergehend vom Vorsitzenden der Nationalversammlung übernommen wird. Dies wäre im Moment Diosdado Cabello - einer der mächtigsten Führer im chavistischen Lager. Allerdings verkündete die Regierung gestern, dass dennoch der Vizepräsident Nicolás Maduro die Amtsgeschäfte weiterführen wird. Dieser wurde vor der Krebsoperation vom verstorbenen Präsidenten als Nachfolger bestimmt.

Außerdem wurde verkündet, dass - gemäß der Verfassung - innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen stattfinden werden, bei dem das venezolanische Volk einen neuen Präsidenten wählen kann.

Die Perspektiven für die Wahlen

Die Kandidaten für die neuerlichen Präsidentschaftswahlen stehen bereits jetzt fest. Für die chavistische Bewegung wird Nicolás Maduro ins Rennen geschickt. Obwohl dieser sehr blass wirkt und massiv der Korruption beschuldigt wird, erwarten alle Beobachter, dass er die Wahl gewinnen wird. Die starke Position seiner Partei und der starke Mitleidsbonus werden aller Voraussicht nach für den Wahlerfolg ausreichen.

Doch auch die Opposition bereitet sich auf den erneuten Wahlkampf vor. Hier wird erneut der Gouverneur der Provinz Miranda, Henrique Capriles, ins Rennen geschickt. Dieser erreichte bereits bei der Wahl im Oktober mit knapp 45 Prozent ein beachtliches Ergebnis. Obwohl ein Erfolg als unwahrscheinlich gilt, zeigen sich die Oppositionsparteien als sehr geschlossen, sodass Capriles im Wahlkampf auf eine starke Unterstützung zählen kann.





© Harald Angles