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Das Parlament in El Salvador beschließt eine Frauenquote

15.02.2013 Das Parlament in El Salvador beschloss heute, eine Frauenquote einzuführen. Obwohl in Lateinamerika in den letzten Jahren mehrere Frauen die Präsidentschaft erringen konnten, wird die Politik in weiten Bereichen nach wie vor von Männern bestimmt. Insbesondere in den Parlamenten der Region sind nur wenige Frauen zu finden. Daher wird dieser Beschluss als ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung in der Region gewertet.

Frauenquote von 30 Prozent auf allen Ebenen

Das Gesetz sieht vor, Dass die Parteien bei allen Parlamentswahlen mindestens 30 Prozent Frauen als Kandidaten aufstellen müssen. Diese Regelung gilt auf allen verschiedenen Ebenen, sowohl für die Stadträte als auch für die Wahlen zum Nationalparlament. Auch bei den Wahlen zum Zentralamerikanischen Parlament - einem regionalen Zusammenschluss, dem verschiedene Staaten der Region angehören - muss diese Frauenquote beachtet werden. Dies eröffnet für die weibliche Bevölkerung des zentralamerikanischen Landes viele Möglichkeiten, eine politische Karriere anzustreben und an den Entscheidungen über die Zukunft des Landes teilzuhaben.

Die Entscheidung wurde von den wichtigsten Parteien unterstützt. Das Projekt wurde von der linksgerichteten Partei FMLN angestoßen, die ursprünglich eine Quote von 40 Prozent vorschlug. Nach der Herabsenkung auf 30 Prozent stimmten dem Gesetz auch mehrere kleinere Parteien zu. Die Abgeordneten der konservativen ARENA-Partei stimmten nicht einheitlich ab. Ein Teil der Parlamentsfraktion stimmte dem Entwurf zu, während sich ein anderer Teil enthielt oder dagegen stimmte.

Projekt zur Förderung junger Abgeordneter scheitert

Gleichzeitig mit dem Gesetz zur Einführung der Frauenquote wurde auch ein Vorschlag diskutiert, eine ähnliche Quote für junge Angeordnete einzuführen. Dieser Vorschlag fand im Parlament El Salvadors jedoch keine Zustimmung, sodass er nicht verabschiedet wurde.





© Harald Angles