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Spionageaffäre erfasst nun auch Mexiko

23.10.2013 Die Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA sorgen in vielen Ländern für Empörung. Der Skandal erfasst nun auch Mexiko und rief im Nachbarland der USA sehr ablehnende Reaktionen hervor. Betroffen ist in diesem Fall in erster Linie der ehemalige Präsident des Landes, Felipe Calderón.

Spionage eines amtierenden Präsidenten

Die Enthüllungen der illegalen Abhörungen durch den US-Geheimdienst gehen auf einen Bericht des deutschen Magazins Der Spiegel zurück, der sich wiederum auf den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden beruft. Demnach sollen verschiedene Politiker in Mexiko ausgespäht worden sein.

Die prominentesten Opfer sind sicherlich der amtierende Präsident Enrique Peña Nieto sowie dessen Amtsvorgänger Felipe Calderón. Während der amtierende Präsident jedoch nach den bisherigen Informationen nur während des Wahlkampfs ausspioniert wurde, geschah dies bei dessen Vorgänger, während dieser im Amt war. Dies macht den Vorfall nochmals erheblich schwerwiegender.

Mexiko kündigt Untersuchungen an

Die Regierung Mexikos kündigte nun an, dass die bisherigen Enthüllungen zunächst überprüft werden müssen. Sowohl die Bundespolizei als auch der mexikanische Geheimdienst sollen überprüfen, ob es Belege für die Vorwürfe gibt.

Darüber hinaus sollen die Ermittlungen auch herausfinden, ob mexikanische Bürger an den vermuteten illegalen Aktivitäten beteiligt waren, um diese gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.

Kritik an den USA in Lateinamerika wächst

In Lateinamerika verlieren die USA immer mehr Verbündete. Während einige Staaten - in erster Linie Venezuela - bereits seit Langem eine offen antiamerikanische Politik betreiben, stoßen die illegalen Abhörungen nun auch wichtige Verbündete vor den Kopf.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die US-Geheimdienste hochrangige Politiker in Brasilien abgehört hatten. Die Präsidentin des größten und wirtschaftsstärksten Landes Lateinamerikas sagte daraufhin ein Treffen mit dem US-Präsidenten ab. Durch die neue Affäre werden nun auch die Beziehungen zum zweitgrößten Land der Region stark belastet.





© Harald Angles