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Erstes Zwischenfazit des Militäreinsatzes in Honduras

04.04.2013 Honduras - insbesondere die Hauptstadt San Pedro Sulas - zählt zu den Gebieten mit den höchsten Verbrechensraten der Welt. Die Bevölkerung leidet stark unter der Kriminalität, die Politik zeigte sich jedoch bislang unfähig, effektive Maßnahmen zu ergreifen. Seit dem 8. Februar soll nun das Militär die Sicherheit in den gefährlichsten Gebieten der Hauptstadt gewährleisten. Nach knapp zwei Monaten Dauer zogen die Verantwortlichen nun ein erstes Zwischenfazit.

Militär spricht von einem Rückgang der Verbrechen um 60 Prozent

Seit Februar sorgen 530 Soldaten in der honduranischen Hauptstadt für die Wahrung der inneren Sicherheit. Die Militärangehörigen unterhalten an besonders kritischen Punkten permanent besetzte Posten, an anderen Stellen patrouillieren sie zu Fuß oder in Fahrzeugen. Sie haben das Recht, Personen festzunehmen, allerdings müssen sie die Verdächtigen daraufhin sofort an die Polizei übergeben.

Ein Sprecher des Militärs verkündete, die Verbrechen seien um etwa 60 Prozent zurückgegangen, seit das Militär für die Sicherheit sorgt. Insbesondere die Mordfälle seien deutlich seltener. In den Gebieten, die nun vom Militär geschützt werden, kam es früher zu drei bis vier Mordfällen täglich, so der Sprecher. Mittlerweile vergehen jedoch bis zu fünf Tage, ohne dass ein gewaltsamer Todesfall gemeldet werde.

Polizeisprecher spricht lediglich von einem Rückgang um 10 Prozent

Die Polizei, die bislang für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich war, zieht hingegen ein kritischeres Fazit. Der Rückgang der Verbrechen seit dem Beginn des Militäreinsatzes liege lediglich bei 10 Prozent. Außerdem sagte der Polizeisprecher, sei der Rückgang der Kriminalitätsrate erst ab dem Moment zu verzeichnen, in dem die Polizei gemeinsam mit dem Militär die entsprechenden Stadtteile kontrolliere. Zunächst war die Polizeipräsenz in diesen Gebieten stark reduziert worden, nach kurzer Zeit entschieden die Verantwortlichen jedoch, dass die Polizisten ihre Aufgaben im gleichen Umfang wie bisher durchführen sollen.







© Harald Angles