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Wahlentscheidung in Chile vertagt

18.11.2013 In Chile fanden gestern Präsidentschaftswahlen statt. Dabei erhielt die sozialistische Kandidatin Michelle Bachelet zwar eine deutliche Mehrheit, aufgrund des chilenischen Wahlgesetzes ist aber dennoch eine Stichwahl erforderlich.

Deutliche Mehrheit für Bachelet - aber dennoch Stichwahl notwendig

Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die Kandidatin der sozialistischen Partei Michelle Bachelet 46,67 Prozent der abgegebenen Stimmen. An zweiter Stelle liegt die Kandidatin des konservativen Partei UDI Evelyn Matthei. Sie erhielt jedoch nur 25,01 Prozent der Stimmen und ist damit deutlich abgeschlagen.

Dennoch wird eine Stichwahl zwischen beiden Kandidatinnen notwendig. Das chilenische Wahlsystem sieht vor, dass im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit notwendig ist, um den Präsidenten direkt zu wählen. Diese wurde von Bachelet knapp verfehlt. Nun müssen sich in einem weiteren Wahlgang die beiden bestplatzierten Kandidaten behaupten.

Bachelet war bereits vor acht Jahren zur Präsidentin des Landes gewählt worden. Nach dem chilenischen Wahlrecht ist eine direkte Wiederwahl jedoch nicht möglich, weshalb die populäre Politikerin bei der letzten Wahl nicht antreten durfte. Diese gewann der konservative Kandidat und aktuelle Präsident Sebastián Piñera.

Bei der nun notwendigen Stichwahl gilt Michelle Bachelet als die eindeutige Favoritin. Dies liegt nicht nur daran, dass sie bereits im ersten Wahlgang einen sehr deutlichen Vorsprung vor der konservativen Kandidatin erreichen konnte. Darüber hinaus sind die dritt- und viertplatzierten Kandidaten Enríquez-Ominami und Parisi, die zusammen mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen gewinnen konnten, politisch deutlich näher an der Politik Bachelets einzuordnen, sodass deren Wähler wohl nur in seltenen Fällen die konservative Kandidatin Matthei unterstützen werden.

Wahlsieg des Mitte-Links-Bündnisses im Parlament

Auch bei den Parlamentswahlen konnte das Mitte-Links-Bündnis Nueva Mayoria (Die neue Mehrheit), zu dem die Präsidentschaftskandidatin Bachelet gehört, die Mehrheit erringen. Es erzielte zwar eine deutliche absolute Mehrheit, allerdings ist diese für viele Vorhaben der voraussichtlichen neuen Regierung nicht ausreichend. Im Wahlkampf wurde insbesondere für eine Bildungsreform und eine neue Verfassung geworben. Für beide Pläne ist eine breitere Zustimmung im Parlament notwendig.





© Harald Angles