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Überwältigender Wahlsieg für den Amtsinhaber in Ecuador

18.02.2013 Rafael Correa konnte gestern erneut die Präsidentschaftswahlen für sich gewinnen. Der Amtsinhaber, der sich selbst im linken Spektrum zählt, erzielte eine überwältigende Mehrheit, die nach den bisherigen Ergebnissen je nach Hochrechnung zwischen 56 und 60 Prozent der Wählerstimmen ausmacht.

Sieg im ersten Wahlgang

Die ecuatorianische Verfassung sieht vor, dass der Präsident in zwei Wahlgängen gewählt wird. Sollte einer der Kandidaten mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten und außerdem einen Abstand von mehr als zehn Prozentpunkten auf den zweitplatzierten Kandidaten erreichen, wird die Stichwahl jedoch unnötig. Correa gelang dies, indem er nach den bisherigen Ergebnissen zwischen 56 und 60 Prozent der Stimmen gewinnen konnte. Der zweitplatzierte Kandidat Guillermo Lasso konnte lediglich zwischen 20 und 23 Prozent erzielen. Obwohl die Ergebnisse bislang noch nicht sehr genau sind, wird klar, dass ein zweiter Wahlgang nicht notwendig sein wird.

Correa regiert das südamerikanische Land bereits seit zwei Amtsperioden. Dabei nutzt er in erster Linie den Erdölreichtum des Landes aus, um damit soziale Maßnahmen für die ärmsten Bevölkerungsteile durchzuführen. In dieser Bevölkerungsschicht genießt er eine sehr große Unterstützung, die der Garant für seinen Wahlsieg war.

Neustrukturierung der Opposition

Am Wahlsieg des Amtsinhabers gab es bereits vor der Wahl wenig Zweifel. Zu eindeutig waren die Umfrageergebnisse. Interessant ist hingegen die Neuausrichtung der Opposition. An zweiter Stelle erscheint der Mitte-Rechts-Kandidat Guillermo Lasso. Dieser trat zum ersten Mal bei einer Präsidentschaftswahl an und stützt sich auf eine neugegründete Bewegung. Die traditionellen Parteien Ecuadors hingegen verschwinden immer stärker in der Bedeutungslosigkeit.





© Harald Angles