Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Besorgniserregende Wirtschaftszahlen in Honduras vorgelegt

14.01.2013 Lateinamerika ist eine der Weltregionen, die von der wirtschaftlichen Entwicklung im letzten Jahrzehnt stark profitieren konnte. Insbesondere in Südamerika konnten viele Länder stark von den gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel profitieren. In Mittelamerika konnten jedoch viele Staaten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. In Honduras wurden nun Zahlen über die wirtschaftliche Entwicklung vorgelegt, die große Probleme offenbaren. Insbesondere der weitere Anstieg der Armut im Land ist besorgniserregend. Nach diesem Datenmaterial leben nun 65 Prozent der honduranischen Bevölkerung in Armut.

Armut und Schuldenprobleme

Der Punkt, der bei der Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten die größte Aufmerksamkeit erweckt, ist sicherlich die hohe Armut. Bei einem ohnehin bereits hohem Ausgangswert von 60 Prozent im Jahre 2010 ist diese im Jahre 2012 auf 65 Prozent gestiegen. Demzufolge leben etwa zwei Drittel der honduranischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

Obwohl der Staat offensichtlich wenig unternimmt, um die drückenden sozialen Probleme der Bevölkerung anzugehen, steigt dennoch auch die Staatsverschuldung stark an. Bislang konnte die Regierung in Honduras ihren Geldbedarf zwar noch durch eine interne Verschuldung decken, doch scheint dieses Mittel bereits annähernd ausgereizt, weshalb die Machthaber bereits im Kongress die Erlaubnis zur Aufnahme externer Schulden in US-Dollar beantragten. Diese Maßnahme, zu der das Parlament bereits seine Zustimmung gab, erhöhnt die Risiken der Haushaltsplanung des zentralamerikanischen Landes erheblich.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Investition in die Infrastruktur des Landes. Insbesondere der Gütertransport ist in vielen Teilen des Landes nur schwer möglich, was das Wirtschaftswachstum stark erschwert. Das Eisenbahnnetz ist nur noch sehr eingeschränkt nutzbar und auch die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand.

Hohe Ausgaben für Staatsbedienstete

Einer der wichtigsten Gründe die schwierige wirtschaftliche Entwicklung im Lande sind die hohen Ausgaben für die staatlichen Angestellten. Nach den neuesten Zahlen machen die Löhne und Gehälter etwa 53 Prozent des honduranischen Haushalts aus. Die Gehälter in diesem Bereich gelten als sehr üppig, obwohl die Angestellten nur wenig zur Produktivität des Landes beitragen.

Ein weiterer Punkt, der die Wirtschaft in Honduras belastet, ist die fehlende fiskale Disziplin. Während bis 2010 noch ein Vertrag mit dem Weltwährungsfonds bestand, der die Ausgaben bremste, kann die Regierung seit dem Auslaufen dieser Vorgaben diese erheblich erhöhen, was ein beträchtliches Defizit in den Bilanzen zur Folge hat.





© Harald Angles