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Schwere Arbeitskämpfe in Bolivien

09.05.2013 In Bolivien kam es gestern zu schweren Ausschreitungen im Rahmen eines Streiks der Minenarbeiter. Die protestierenden Arbeiter sprengten im Rahmen der Kundgebungen einen Teil einer Brücke und beschädigten damit eine wichtige Verbindungsstraße schwer.

Minenarbeiter fordern bessere Rentenbedingungen

Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine Verbesserung der Altersversorgung der Minenarbeiter. Sie fordern ein Ruhestandsgehalt, das 100% ihres bisherigen Lohns entspricht. Da die Mine, die im Mittelpunkt der Proteste steht, in Staatsbesitz ist, richten sich die Proteste direkt gegen die Regierung von Evo Morales.

Immer mehr Gewerkschaften schließen sich dieser Forderung an, sodass sich der Arbeitskampf langsam zu einem Generalstreik entwickelt. Dies stellt ein großes Problem für die Regierung dar, die stets bekundet, die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Ein Sprecher der Mine sagte, die Forderung sei nicht erfüllbar und die Maßnahmen stellen einen kollektiven Selbstmord dar, da der Betrieb kurz vor dem Ruin stehe, was den Verlust der Arbeitsplätze bedeute.

Sabotage und Polizeieinsatz

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, blockierten die Arbeiter viele Verbindungsstraßen und legten so in vielen Bereichen die Wirtschaft des Landes lahm. Etwa 200 km südöstlich von La Paz kam es unterdessen zu einem schweren Sabotageakt. Die Arbeiter sprengten hier einen Teil einer Brücke, die für große Landesteile einen wichtigen Zugang zum wirtschaftlichen Zentrum des Landes darstellt. Zwar wurde die Brücke nicht vollständig zerstört, doch ist sie im Moment für den Verkehr von Kraftfahrzeugen nicht nutzbar.

Die Polizei ergriff daraufhin Maßnahmen und löste die Straßensperre auf. Dabei wurden mehr als 100 Menschen festgenommen und es kam zu mehreren Verletzten. Seit diesem Einsatz hat sich die Lage etwas entspannt und es wird nur noch eine Straßensperre im Land aufrechterhalten.






© Harald Angles