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Besuch des Oppositionsführers in Kolumbien löst Spannungen aus

30.05.2013 Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Kolumbien und Venezuela gelten als schwierig. In den letzten Jahren kam es jedoch zu Entspannungen, obwohl in Kolumbien eine konservative Regierung an der Macht ist, während sich die Regierungspartei in Venezuela als sozialistisch bezeichnet. Der Empfang des venezolanischen Oppositionsführers Henrique Capriles durch den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos löste nun jedoch neue Spannungen aus.

Opposition erkennt den vermeintlichen Wahlsieg der Regierung nicht an

Die politischen Verhältnisse in Venezuela sind nach wie vor angespannt. Bei den Wahlen im April wurde der vom verstorbenen Präsidenten Chávez zum Nachfolger erklärte Nicolás Maduro trotz zahlreicher Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe mit minimalem Vorsprung zum Sieger erklärt. Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse kam es zu zahlreichen Ausschreitungen im Land. Die Opposition erkennt den Wahlsieg bis heute nicht an.

Nachdem Maduro zum Präsidenten ernannt wurde, besuchter er kurz darauf verschiedene Länder Südamerikas, deren Regierungen der Politik des verstorbenen Präsidenten wohlgesonnen waren, um seine Macht auf internationaler Ebene zu festigen.

Der Empfang des Oppositionsführers durch den kolumbianischen Präsidenten wurde von vielen Beobachtern als Antwort auf die Staatsbesuche des Präsidenten empfunden, der auch dem Oppositionsführer internationalen Respekt und Anerkennung bringen soll.

Scharfe Kritik aus Venezuela

Der Präsident der venezolanischen Nationalversammlung verurteilte das Treffen gestern scharf. Er bezeichnete es als einen Bombenanschlag auf die Beziehungen der beiden Nachbarländer. Die Regierung ist nach wie vor sehr darum bemüht, der Opposition im Land jegliche Legitimation abzusprechen.

Die Regierung Kolumbiens verkündete unterdessen, die Probleme im direkten Dialog klären zu wollen. Ein Sprecher sagte, dass die Mikrofone schädlich für die Beziehungen seien, sodass der Konflikt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gelöst werden soll.





© Harald Angles