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Venezuela beschuldigt die USA, Überflugsrechte zu verweigern

20.09.2013 Gestern kam es erneut zu einem diplomatischen Streit zwischen Venezuela und den USA. Der Grund dafür war die angebliche Verweigerung der Überflugsrechte für den venezolanischen Präsidenten. Regierungsvertreter des südamerikanischen Staates drohten mit ernsthaften diplomatischen Konsequenzen.

Die China-Reise Maduros

Nicolás Maduro hatte für heute eine Reise nach China angekündigt, bei der insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbessert werden soll. Am Vorabend kam es nun zu einem weiteren Konflikt zwischen dem südamerikanischen Land und den USA. Der Grund dafür ist, dass Maduro mit seiner Maschine auf dem Weg nach China US-amerikanischen Luftraum durchqueren will. Die Reiseroute sah ursprünglich vor, Puerto Rico zu überfliegen. Die USA haben die Hoheitsrechte über die Karibikinsel.

Gestern trat der venezolansiche Kanzler Elías Jaua vor die Presse und verkündete, dass die USA der Maschine des Präsidenten die Überflugsrechte verweigern. Er bezeichnete die Maßnahme als Aggression des nordamerikanischen Imperiums und erklärte außerdem, niemand habe das Recht, einem Flugzeug, das den Präsidenten der Republik befördert, die Überflugsrechte zu verweigern. Außerdem bekräftigte er, dass diese Maßnahme die geplante Reise nicht verhindern könne.

Keine Stellungnahme der USA

Die USA äußerten sich hingegen nicht zu dem Vorfall. Bislang ist es daher nicht klar, ob es tatsächlich zu einer Verweigerung der Überflugsrechte gekommen ist und was gegebenenfalls der Grund dafür war.

Der bolivianische Präsident Evo Morales, dem vor wenigen Monaten in Europa die Überflugsrechte über verschiedene Länder verweigert wurden, forderte unterdessen eine Zusammenkunft des lateinamerikanischen Staatenbündnisses Celac. Dabei sollten Maßnahmen gegen die vermeintliche Aggression getroffen werden. Morales schlug vor, dass alle Mitgliedsstaaten die Botschafter der USA ausweisen sollten.





© Harald Angles