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Venezolanische Zentralbank versteigert Divisen

15.07.2013 Der Ankauf von Divisen unterliegt in Venezuela strengen Auflagen. Nur wenige Menschen haben die Möglichkeit dazu, Fremdwährungen zu erwerben. Firmen, die Produkte aus dem Ausland erwerben möchten oder Privatpersonen, die ins Ausland reisen wollen, haben große Probleme dabei, Divisen zu erwerben. In der Regel bleibt als einzige Alternative der Schwarzmarkt. Hier sind die fremden Währungen jedoch nicht nur erheblich teurer, sondern die Käufer setzen sich dabei stets auch erhöhten Risiken aus, die der Handel auf diesem informellen und illegalen Markt mit sich bringt. Um Firmen und Privatpersonen dennoch eine Möglichkeit zum Divisenankauf zu geben, führt die Regierung nun eine Versteigerung von 200 Millionen US-Dollars durch.

Versteigerung unter Auflagen

Bei der Versteigerung, die in diesen Tagen stattfindet, können im Gegensatz zu den bisherigen Aktionen dieser Art erstmals auch Privatpersonen teilnehmen. Bislang ermöglichten die Versteigerungen lediglich Unternehmen den Ankauf der begehrten Divisen.

Dennoch ist die Teilnahme an der Versteigerung an bestimmte Auflagen gebunden. Unternehmen müssen die entsprechenden Rechnungen über den Kauf von Gütern aus dem Ausland präsentieren. Privatpersonen sind dazu verpflichtet, die Fahrkarten oder Flugtickets für eine Reise ins Ausland vorzulegen.

Gebote betragen beinahe das Dreifache des offiziellen Wechselkurses

Nach dem offiziellen Wechselkurs der venezolanischen Zentralbank hat ein Dollar momentan den Wert von 6,30 Bs (Bolivares). Da jedoch weder Privatpersonen noch Unternehmen Zugang zu diesem Wechselkurs haben, spielt er für das reale Leben der Bevölkerung nur eine untergeordnete Rolle.

Die Gebote, die Aussicht auf Erfolg haben, betragen laut Experten etwa 16 Bs pro Dollar. Dieser Wert liegt beinahe dreimal so hoch wie der offizielle Kurs und erreicht damit auch ungefähr den Betrag, mit dem der Dollar auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird.





© Harald Angles