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Argentinien macht USA für eigene Wirtschaftsprobleme verantwortlich

02.10.2014 In einer Rede bei einem Staatsakt griff die Präsidentin des südamerikanischen Landes die Regierung der USA scharf an, machte sie für die schwerwiegende wirtschaftliche Situation des Landes verantwortlich und stellte verschiedene Verschwörungstheorien auf.

Der Streit gegen die Gläubiger

Argentinien sieht sich im im Moment schweren wirtschaftlichen Krisen ausgesetzt. Neben zahlreichen internen Faktoren kommt hinzu, dass ein Gericht in New York entschied, dass der Staat Gläubiger, die der Umschuldung vor etwa zehn Jahren nicht zugestimmt hatten, bedienen muss. Da das südamerikanische Land dieser Forderung nicht nachkommen will, gilt es im Moment als zahlungsunfähig. Die Präsidentin machte nun die USA für diese Situation verantwortlich und sparte dabei nicht mit Beleidigungen und Verschwörungstheorien.

Eine Rede mit Anschuldigungen, Beleidigungen und Verschwörungstheorien

Bei einer Rede auf einem eigentlich recht unbedeutenden Staatsakt griff Kirchner die USA gestern scharf an. Sie übte schwere Kritik am Richter, der das Land zur Zahlung seiner Schulden verurteilte, bezeichnete ihn als senil und beschimpfte die Entscheidung als Unsinn. Gleichzeitig stellte sie die Theorie auf, dass es sich dabei nicht um eine Entscheidung eines einzelnen Richters handle, sondern dass dahinter ein Plan der Regierung Obamas stehe, um das Land wirtschaftlich zu destabilisieren.

Im weiteren Verlauf der Rede sparte sie nicht mit weiteren Anschuldigungen. Dabei machte sie viele zynische Kommentare gegen Vertreter der US-Regierung, die Kritik am Verhalten der argentinischen Regierung übten oder die auch nur versuchten, in der Angelegenheit zu vermitteln. Sie bezichtigte darüber hinaus lokale Unternehmer eines Komplotts gegen die Regierung, die dabei nach ihrer Darstellung ausländische Hilfe erhalten.

Zum Schluss der Rede machte sie Andeutungen, dass die USA einen Anschlag auf ihr Leben plane. Ihre abschließenden Worte lauteten: "Wenn mit etwas zustößt, soll niemand in den Orient schauen, schaut nach Norden." Diese geografische Zuordnung stellt eine eindeutige Anspielung auf die USA dar.





© Harald Angles