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Demonstrationen gegen WM in Brasilien

20.06.2014 In Brasilien wurde vor gut einer Woche die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 eröffnet. Während in den Stadien die ersten Spiele ausgetragen werden, finden an vielen Orten Demonstrationen statt. Gestern kam es beispielsweise zu gewaltsamen Ausschreitungen in São Paulo, wo zeitgleich das WM-Spiel zwischen Uruguay und England stattfand.

Proteste gegen Geldverschwendung

Im Mittelpunkt der Forderungen steht nach wie vor eine Begrenzung der Ausgaben für die Weltmeisterschaft. Während im Rahmen der Vorbereitungsmaßnahmen umgerechnet mehrere Milliarden Euro für den Bau der Stadien ausgegeben wurden, kommt es zu großen Problemen im Bereich des Gesundheitswesens und des öffentlichen Nahverkehrs, die das Leben vieler Brasilianer stark beeinträchtigen.

Im Rahmen des Confed-Cups, der vor etwa einem Jahr in Brasilien als Vorbereitung auf die WM ausgetragen wurde, kam es zu erheblichen Massenprotesten und teilweise zu gewaltsamen Ausschreitungen. Aus diesem Grund war eine der größten Sorgen der WM-Organisatoren und der brasilianischen Regierung die Sicherheitslage während der Weltmeisterschaft. Die Verantwortlichen mobilisierten daher Tausende Polizisten und Militärs, um Proteste im Rahmen der WM-Spiele zu unterbinden.

Keine starke Beeinträchtigung der Spiele

Im Rahmen der Spiele der Weltmeisterschaft kommt es bislang zwar immer wieder zu Protesten, doch ist deren Ausmaß erheblich geringer als noch vor einem Jahr. Zu den Gründen hierfür zählt sicherlich, dass die Regierung auf einige grundlegende Forderungen der Demonstranten eingegangen ist. Auch die hohe Präsenz der Sicherheitskräfte schreckt viele Menschen davon ab, auf der Straße zu protestieren. Außerdem hat die Weltmeisterschaft an vielen Orten des Landes bereits eine große Begeisterung entfacht, die die Probleme bei deren Ausrichtung überdecken.

In São Paulo kam es aber gestern dennoch zu erheblichen Ausschreitungen. Dabei protestierten etwa 1.300 Personen zunächst friedlich. Dies änderte sich jedoch nach einiger Zeit, als Teile der Demonstranten begannen, Fensterscheiben zu zertrümmern. Schließlich stürmten sie die Ausstellungsräume eines Autohändlers und sorgten dort für erhebliche Sachschäden.





© Harald Angles