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Bolivien bittet im Konflikt mit Chile UN um Hilfe

25.09.2014 Der bolivianische Präsident ging gestern in seiner Rede vor der Vollversammlung der UNO auf den Konflikt seines Landes mit dm Nachbarn Chile ein. Dabei bat er die Organisation darum, die beiden Länder bei der friedlichen Austragung dieses Konflikts zu begleiten.

Der Streit um den Zugang zum Meer

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Zugang zum Meer, der nach Ansicht der Regierung des Andenstaates für die Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Diesen verlor Bolivien 1879, als Chile die Küstenprovinz besetzte. 1904 verzichtete Bolivien zwar vertraglich auf alle Ansprüche, betrachtet diese Situation jedoch bis heute als großes Unrecht.

Im April dieses Jahres begann das Land einen Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, um einen souveränen Zugang zum Meer zu erhalten. Chile lehnt diese Forderung jedoch grundsätzlich ab und ist nicht bereit dazu, diese zu gewähren.

In seiner Rede betonte der bolivianische Präsident, dass es seinem Land nicht darum gehe, die internationalen Grenzverläufe zu verändern oder die unterzeichneten Verträge zu brechen, so wie es die chilenische Regierung darstelle. Er sagte, dass Bolivien lediglich anstrebe, eine gemeinschaftliche Einigung zu erzielen, die dem Land einen souveränen Zugang zum Meer gewährt.

Die chilenische Antwort auf die Forderungen

Der chilenische Außenminister lehnte die bolivianischen Forderungen grundlegend ab. Er sagte, dass es sich dabei nicht um eine Einladung zum Dialog handle, sondern um eine einseitige Forderung Boliviens gegen Chile. Das Nachbarland versuche, Chile dazu zu bewegen, Territorium abzugeben, was allerdings nicht passieren werde.





© Harald Angles