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Evo Morales erneut zum Präsidenten Boliviens gewählt

14.10.2014 Evo Morales konnte bei den Wahlen an diesem Sonntag eine deutliche Mehrheit erringen. Somit kann er seine dritte Amtszeit direkt beginnen, ohne dass das Parlament die Wahl bestätigen muss. Damit sorgt er für eine historische Kontinuität in der Regierung des Andenstaates.

Morales erklärt sich bereits nach ersten Befragungen zum Sieger

Die Nachwahlbefragungen, die bereits am Sonntag kurz nach dem Ende der Stimmabgaben veröffentlicht wurden, besagten, dass Morales etwa 60 Prozent der Stimmen erhalten habe. Aufgrund dieses deutlichen Ergebnisses erklärte sich der Amtsinhaber auch schon kurz darauf zum Sieger der Wahlen, auch wenn das offizielle Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorlag. Er widmete seinen Triumph Fidel Castro und Hugo Chávez und sprach davon, dass es sich um einen Sieg der Anti-Imperialisten und Anti-Kolonialisten handle.

Erste offizielle Ergebnisse bestätigen Wahlsieg des Amtsinhabers

Die ersten offiziellen Ergebnisse der Wahlen wurden erst gestern abend verkündet. Auch hier hat der Amtsinhaber Evo Morales einen deutlichen Vorsprung, dieser ist jedoch erheblich geringer, als zunächst in den Nachwahlbefragungen prognostiziert. Nach Auszählung von 42,56 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt Morales 53,7 Prozent, der zweitplatzierte Kandidat Samuel Doria Medina 30,33 Prozent.

Dritte Amtszeit sorgt für historische Stabilität

Sehr beachtlich ist bei dieser Wahl, dass Morales nun seine dritte Amtszeit in einem Land beginnen kann, das sich seit jeher durch eine hohe politische Instabilität auszeichnet. Zahlreiche Vorgänger mussten ihr Amt bereits vor dem Ende ihrer jeweiligen Legislaturperiode niederlegen, eine Wiederwahl kam nur äußerst selten vor.

Morales verleiht dem Land nun eine hohe Stabilität und hat die Möglichkeit, die politische Kultur Boliviens damit nachhaltig zu prägen. Die zahlreichen Umstürze hemmten insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung, da sich kaum verlässliche Strukturen entwickeln konnten.

Eine wichtige Basis für diesen Erfolg besteht darin, dass er auch die nach Unabhängigkeit strebende Provinz Santa Cruz für sich gewinnen konnte. Diese stellte einen stetigen Unruheherd dar, der vielen Regierungen zum Verhängnis wurde. Daher ist es sehr beachtlich, dass Morales auch in diesem Gebiet eine knappe Mehrheit erzielen konnte.





© Harald Angles