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Friedensverhandlungen in Kolumbien vorerst ausgesetzt

17.11.2014 Nach einem erneuten Angriff der Rebellenorganisation FARC erklärte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, dass der die Friedensverhandlungen nicht fortsetzen wird, bis die dabei entführten Militärs freigekommen und die Verantwortlichen gefasst seien.

Die Entführung eines ranghohen Militärs

Gestern hatte eine Gruppierung der FARC, deren Anführer persönlich an den Friedensgesprächen teilnimmt, einen ranghohen Militär entführt. Dabei nahmen die Guerrila-Kämpfer nicht nur den General gefangen, sondern auch eine weiteren Soldaten, der ihn begleitete sowie eine Anwältin.

Die Umstände der Entführung sind sehr rätselhaft. Präsident Santos gab im Rahmen seiner Erklärung bekannt, dass es viele Fragen hinsichtlich der Entführung gebe, die es zu beantworten gelte. Dazu zählt beispielsweise, weshalb sich der General in zivil gekleidet in einem von der FARC kontrollierten Gebiet aufgehalten habe. Außerdem gelte es zu klären, weshalb er seinen Wachmannschaften befohlen habe, ihn nicht zu begleiten und weshalb er mehrfache Warnungen seiner Mitarbeiter missachtet habe.

Unterbrechung der Friedensgespräche

Die Entführung des Generals hat große politische Auswirkungen. Der Präsident Kolumbiens Juan Manuel Santos gab bekannt, dass er diese Entführung nicht hinnehmen könne. Daher unterbrach er die Friedensgespräche mit sofortiger Wirkung.

Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Guerrilla-Organisation sollten bereits heute fortgesetzt werden. Santos befahl der Delegation jedoch, nicht anzureisen. Er beendete die Friedensgespräche zwar nicht endgültig, doch sagte er, dass diese nicht fortgesetzt würden, bis die Entführten freigekommen und die Umstände der Entführung geklärt seien.

Darüber hinaus ordnete er eine umfassende Militäraktion an, um den General und die anderen Geiseln zu finden. Hunderte Soldaten durchkämmen den unzugänglichen Dschungel, in dem die Entführung stattfand.





© Harald Angles