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Treffen zwischen BRICS und UNASUR in Brasilia

17.07.2014 Die Regierungschefs der BRICS-Staaten tagen im Moment in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Gestern trafen sie sich mit ihren Amtskollegen des südamerikanischen Staatenbündnisses UNASUR, um in erster Linie über wirtschaftliche Themen zu sprechen.

BRICS und UNASUR - Zwei Bündnisse mit wichtiger wirtschaftlicher Bedeutung

Die Vereinigung BRICS besteht aus den wichtigsten fünf Schwellenländern der Welt. Dazu zählen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Diese fünf Staaten konnten in den letzten Jahren ein immer größeres Gewicht in der Weltwirtschaft erlangen und gründeten daher eine gemeinsame Staatengruppe, um ihre Interessen besser zu vertreten. Das wichtigste Projekt der BRICS-Staaten ist der Aufbau einer gemeinsamen Entwicklungsbank.

Die UNASUR hingegen ist ein regionales Bündnis, das alle Staaten Südamerikas vertritt. Es wurde 2011 ins Leben gerufen und verfügt über ein ständiges Sekretariat, einen regelmäßig wechselnde Präsidentschaft sowie einige weitere feste Institutionen.

Die beiden Gruppen verbindet nicht nur das gemeinsame Mitglied Brasilien, darüber hinaus handelt es sich bei beiden Blöcken um Schwellenländer, sodass in vielen Bereichen gemeinsame Interessen vorherrschen.

Gipfeltreffen in Brasilien

Beim Gipfeltreffen in Brasilia standen in erster Linie wirtschaftliche Themen auf der Tagesordnung. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro berichtete beispielsweise, dass die Vertreter über eine Kooperation der BRICS-Bank mit der UNASUR-Bank diskutierten, obwohl das zweite Geldinstitut bislang nur auf dem Papier existiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die Streitigkeiten zwischen Argentinien und US-amerikanischen Hedgefonds. Dabei handelt es sich um Schulden, die das Land vor der Staatskrise 2001 angehäuft hatte. Nach der Zahlungsunfähigkeit stimmten zwar die meisten Gläubiger unter erheblichen Verlusten einer Umschuldung zu, doch gibt es eine kleine Gruppe, die auf die Auszahlung des gesamten Nennwerts besteht. Der daraus erfolgte Rechtsstreit wurde nach langjährigen Verhandlungen zugunsten der Gläubiger entschieden. Sowohl die Vertreter der UNASUR als auch die BRICS-Staaten unterstützten die argentinische Position, die diese Schulden nicht anerkennen will.

 





© Harald Angles