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Honduras will Pazifik-Allianz beitreten

03.04.2014 Gestern traf sich der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández mit seinem Amtskollegen Enrique Peña Nieto aus Mexiko, um über verschiedene politische und wirtschaftliche Themen zu diskutieren. Einer der wichtigsten Punkte des Gipfeltreffens, das in der Stadt Comayagua im Zentrum von Honduras stattfand, war die Erklärung, dass Mexiko einen honduranischen Beitritt zur Pazifik-Allianz unterstützen will.

Die Pazifik-Allianz: Ein erfolgreiches Freihandels-Projekt

Die Pazifik-Allianz ist eine lateinamerikanische Freihandels-Zone, die zu den wichtigsten Integrations-Bündnissen des Kontinents zählt. Die Union ist noch relativ jung und wurde erst 2012 gegründet. Die Gründungsmitglieder sind Mexiko, Kolumbien, Peru und Chile. Ein Jahr später trat auch Costa Rica dem Bündnis bei. Die vier ursprünglichen Mitglieder erzielten 2011 etwa 39 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung Lateinamerikas. Die beteiligten Staaten zeichnen sich durch ein recht dynamisches Wirtschaftswachstum.

Im Mai 2013 nahm das Bündnis sieben weitere Länder als assoziierte Mitglieder auf. Darunter befand sich auch Honduras. Das mittelamerikanische Land ist nun dabei, die Vollmitgliedschaft zu erreichen. Der mexikanische Präsident erklärte gestern, dass er den Beitritt unterstützen werde. Honduras erhofft sich von der Mitgliedschaft insbesondere neue Impulse für den Agrar-Sektor. Ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums erklärte, dass er sich von diesem Schritt zum einen mexikanische Investitionen in diesem Bereich verspricht und dass die Mitgliedschaft zum anderen neue Absatzmärkte in diesem Land eröffne.

Weitere Aspekte des Gipfeltreffens

Der Beitritt des Landes zur Pazifik-Allianz war jedoch nicht der einzige Punkt, den die Staatschefs bei ihrem Treffen besprachen. Ein wichtiger Aspekt war die Regelung der Migration zwischen den beiden Ländern. Viele Honduraner halten sich in Mexiko auf, in vielen Fällen haben sie die Absicht, daraufhin in die USA auszuwandern. Die Menschenrechte der Migranten sollen nun besser geschützt werden.

Weitere Punkte waren der Kampf gegen das organisierte Verbrechen, das für beide Länder eine große Belastung darstellt. Darüber hinaus vereinbarten die Amtsträger eine Kooperation im Bereich des Tourismus. Dabei wurde unterstrichen, dass sich in beiden Ländern wichtige Hinterlassenschaften der Maya befinden, was eine Zusammenarbeit in diesem Bereich besonders sinnvoll mache.





© Harald Angles