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Präsident Guatemalas unter schwerem Korruptionsverdacht

11.12.2014 Der Präsident Guatemalas sieht sich schweren Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Der Grund dafür ist, dass allem Anschein nach das Unternehmen seines Bruders bei staatlichen Aufträgen stark bevorzugt wurde.

Staatliche Aufträge in Höhe von mehreren Millionen Dollar

Der Bruder des Präsidenten ist zusammen mit einigen weiteren Familienmitgliedern der Inhaber eines Unternehmens, das in erster Linie medizinische Ausrüstung importiert. Er gründete den Konzern bereits 1982. Seitdem die politische Karriere von Pérez Molina ihren Höhepunkt erreicht hat, kommt es auch im Unternehmen dessen Bruders zu einem unverhältnismäßig hohem Wachstum.

Ein Grund hierfür ist sicherlich die große Menge an staatlichen Aufträgen, die er dabei erhielt. Seit dem Amtsantritt des Präsidenten hat der Unternehmer 1.031 staatliche Aufträge erhalten. Das Volumen derselben betrug 39,5 Millionen Quetzal, was nach aktuellem Wechselkurs etwa 5 Millionen Dollar entspricht.

Bei einem Teil der Aufträge handelt es sich um öffentliche Ausschreibungen, die der Unternehmer gewann. Andere Käufe fanden hingegen ohne Ausschreibung statt. Die direkte Beauftragung eines nahen Verwandten des Präsidenten heizt die Korruptionsvorwürfe zusätzlich an.

Doch auch bei den Ausschreibungen soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Eine Gruppe kleinerer Händler beklagt sich, dass das Unternehmen des Bruders des Präsidenten bei der Erfüllung ausstehender Zahlungen bevorzugt werde. Außerdem soll es in einigen Fällen den Zuschlag erhalten haben, obwohl seine Angebote höher als die der Konkurrenz waren.

Die Reaktion des Präsidenten

Pérez Molina äußerte sich bereits im September zu den aufkommenden Korruptionsvorwürfen. Damals sagte er, dass er keinerlei Einfluss auf die Vergabe der Aufträge ausgeübt habe. Zu den neuesten Anschuldigungen äußerte er sich bislang noch nicht.





© Harald Angles