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Deutscher Botschafter in Guatemala kritisiert Umgang mit Fördergeldern

11.09.2014 Der deutsche Botschafter in Guatemala, Matthias Sonn, übte gestern deutliche Kritik an der Regierung dieses Landes. Dabei bezog er sich auf deren Umgang mit Geldern für die Entwicklungshilfe und mit Krediten sowie auf die Einkommensverteilung in dem mittelamerikanischen Land.

Spendengelder und günstige Kredite werden nicht genutzt

Der Botschafter kritisierte, dass das Land viele dieser Ressourcen ungenutzt lasse. Dies liege beispielsweise daran, dass die bürokratischen Prozesse für die Verteilung der Gelder so langsam seien, dass die Fristen für die Nutzung verstreichen. Er führte an, dass im vergangenen Jahr aus diesem Grund eine erhebliche Summe, die für die Verbesserung der Schulbildung vorgesehen war, ungenutz blieb.

Einen weiteren Kritikpunkt stellte die Aufnahme von Krediten dar. Er schilderte, dass die Regierung es vorziehe, internationale Darlehen am freien Markt aufzunehmen, anstatt die geförderten Kredite für Entwicklungshilfe zu nutzen, bei denen die Zinssätze nur einen Bruchteil betragen. Dies beschleunige die Verschuldung des Landes.

Ungleiche Einkommensverteilung erschwert Entwicklungshilfe

Ein weiterer Grund, der die Entwicklungshilfe erschwert, ist nach Ansicht des Botschafters die ungleiche Einkommensverteilung. Er sagte, dass in diesem Land die Dichte der Millionäre zwar die höchste der Region sei, dass dies aber für die Anzahl der unterernährten Kinder ebenfalls der Fall sei.

Da Guatemala im internationalen Vergleich ein mittleres Einkommen aufweist, sei es oftmals sehr schwer, Spendengelder und Kredite für die Entwicklungshilfe zu erhalten.

 





© Harald Angles