Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Amtsantritt des neuen Präsidenten in Costa Rica

08.05.2014 Heute tritt der neu gewählte Präsident Costa Ricas Luis Guillermo Solís sein Amt an. Damit kommt eine relativ junge Partei an die Regierung, die nicht nur neue politische Ansätze verfolgt, sondern die auch das bisherige Zweiparteiensystem in Costa Rica auflöst.

Überzeugender Wahlsieg von Solís

Die Wahl des neuen Präsidenten am 6. April brachte in verschiedenen Bereichen eine grundlegende Neuerung. Der wichtigste Aspekt dabei ist sicherlich, dass damit ein Kandidat der Partei PAC (Partido Acción Ciudadana) an die Macht kommt, die erst im Jahre 2000 gegründet wurde. Damit scheint das bisherige Zweiparteiensystem, das über Jahrzehnte hinweg die Politik Costa Ricas bestimmte, endgültig abgelöst. Die neue Partei entstand aus einer Abspaltung der bisherigen Regierungspartei PLN, die Aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei internen Wahlen erfolgte. Eines der wichtigsten Ziele ist daher bereits seit der Gründung die Bekämpfung der Korruption.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass bei der Abstimmung vor einem Monat etwa 1,3 Millionen Menschen für Solís gestimmt hatten. Noch nie zuvor konnte ein Präsidentschaftskandidat in Costa Rica so viele Stimmen auf sich vereinigen.

Darüber hinaus hatte der neu gewählte Präsident noch nie zuvor ein Mandat oder ein Wahlamt innehatte. Solís war bislang Dozent an der Staatlichen Universität Costa Ricas und lehrte dort Politikwissenschaft und Geschichte.

Übergabe des Landes mit angespannter Wirtschaftslage

Die bisherige Präsidentin Laura Chinchilla übergibt ihrem Nachfolger ein Land, dessen Wirtschaft zwar relativ stabil ist, die aber dennoch einige Risiken aufweist.

Das größte Problem ist dabei sicherlich das beträchtliche Haushaltsdefizit, das außerdem in den letzten Jahren immer stärker anstieg. Auch die Armut konnte nicht reduziert werden. Diese liegt bereits seit mehreren Jahren bei etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Arbeitslosigkeit wies in den letzten Jahren ebenfalls eine leicht steigende Tendenz auf und liegt aktuell bei 8,3 Prozent. Positiv ist hingegen die niedrige Inflation. Diese liegt mit 3,68 Prozent so niedrig wie seit über 40 Jahren nicht.





© Harald Angles