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Präsidentschaftskandidat stürzt mit Flugzeug ab

14.08.2014 Die Präsidentschaftswahl, die am 5. Oktober in Brasilien stattfinden wird, nahm gestern eine tragische Wendung. Eduardo Campos, einer der aussichtsreicheren Herausforderer der Amtsinhaberin Dilma Rousseff, kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Damit verliert die Sozialistische Partei Brasiliens eine ihrer populärsten Führungspersonen und muss schnell einen Stellvertreter benennen, um an den Wahlen teilnehmen zu können. Der Politiker starb wenige Tage nach seinem 49. Geburtstag.

Die politische Karriere

Campos begann bereits als Student mit der politischen Aktivität. Stets dem linken Spektrum zugewandt, wurde er 1990 Mitglied der sozialistischen Partei. Die politische Karriere verlief daraufhin recht steil. Bereits ein Jahr später wurde er Abgeordneter der Bundesstaates Pernambuco. Zwischen 1999 und 2007 vertrat er seine Partei im brasilianischen Parlament. Während der Amtszeit des Präsidenten Lula da Silva war er Minister für Wissenschaft und Technik. Obwohl er nicht dessen Partei angehörte, unterstützten die Sozialisten die Präsidentschaft des Kandidaten der Arbeiterpartei und wurden daraufhin an der Regierung beteiligt.

2006 wurde er schließlich zum Gouverneur des Bundesstaats Pernambuco gewählt. Dieses Amt bekleidete er aufgrund seiner Wiederwahl im Jahre 2010 bis zu seinem tödlichen Unfall. Obwohl sich die sozialistische Partei und die regierende Arbeiterpartei recht nahe stehen, trat Campos dennoch als Kandidat für die kommenden Präsidentschaftswahlen an. Die meisten Umfragen sahen ihn dabei auf dem dritten Platz, womit er als einer der aussichtsreicheren Kandidaten galt.

Die Folgen des Unglücks

Die politischen Vertreter des Landes reagierten bestürzt auf das schwere Unglück. Vertreter verschiedener Parteien zeigten den großen Respekt, den Sie für Campos empfanden. Die Präsidentin Dilma Rousseff sagte, das Land habe einen jungen und vielversprechenden Politiker verloren. Gleichzeitig ordnete sie eine mehrtägige Staatstrauer an. Der Kandidat der sozialdemokratischen Partei kündigte an, dass er den Wahlkampf für einige Zeit ruhen lassen werde.

Schwere Folgen hat das Unglück insbesondere für die sozialistische Partei. Es wird erwartet, dass die bisherige Kandidatin für die Vizepräsidentschaft - Marina Silva - die Kandidatur übernehmen wird. Diese gilt jedoch in ihrer Partei nicht als unumstritten. Dies liegt daran, dass sie erst vor etwa einem Jahr den Sozialisten beigetreten ist, nachdem sie zuvor versucht hatte, eine eigene Partei zu gründen. Obwohl sie in der Bevölkerung sehr populär ist und teilweise in Umfragen hinsichtlich der Wahlabsicht den zweiten Platz belegte, obwohl sie überhaupt nicht als Kandidatin antrat, gibt es einige Sektoren der Partei, die ihr mit großen Vorbehalten begegnen.

 





© Harald Angles