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US-Behörde installiert Kommunikationsnetzerk in Kuba

10.04.2014 Die US-Entwicklungshilfebehörde USAID hat offensichtlich in Kuba ein Kommunikationsnetzwerk installiert. Die Absicht bestand darin, die Kommunikation oppositioneller Gruppen damit zu erleichtern. Besondere Kritik brachte dem Projekt ein, dass die Geheimdienste die Nachrichten, die über dieses Netzwerk verschickt wurden, wohl abgehört haben.

Kommunikation als Entwicklungshilfe

Presseberichte enthüllten nun, dass die Entwicklungshilfebehörde der USA große Anstrengungen unternommen hat, um diese Form der Kommunikation zu ermöglichen. Dazu gründete sie eine Briefkastenfirma auf den Cayman-Inseln. Der Plan bestand offenbar darin, zunächst mit breit gefächerten unpolitischen Nachrichten Nutzer zu gewinnen. Nach einiger Zeit, wenn das Netzwerk eine größere Zahl an Nutzern gewonnen habe, sollten dann auch politische Inhalte über dieses neue Netzwerk verbreitet werden. Das Ziel war es, die strenge Zensur in Kuba auf diese Weise zu umgehen.

Kritik für das Projekt gibt es in erster Linie, da die Nutzer zu keinem Zeitpunkt darüber informiert wurden, dass dieses Netzwerk durch eine Regierungsbehörde der USA betrieben wird. Zum anderen konnten die Entwickler auch ungehindert auf die Nachrichten der Nutzer zugreifen und deren Daten auswerten.

Häme aus Havanna

In Washington sorgte die Aufdeckung dieser Unternehmung für einen handfesten Skandal. Verschiedene Politiker kritisierten die Aktion. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass USAID in der Regel nur mit Zustimmung des Ziellandes aktiv werden sollte. Der Leiter der Behörde musste zu den Vorwürfen im Senat Stellung nehmen.

Währenddessen kommt dieser Skandal der Führung in Havanna sehr gelegen. Die Regierung schlachtet ihn genüsslich aus. Dabei wird in erster Linie herausgestellt, dass die USA Kuba unterwandern wolle. Die Medien werfen immer neue Anschuldigungen auf, auf welche Weise dieses Netzwerk den Nutzern geschadet haben soll.





© Harald Angles