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Trauerfeier für García Márquez

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez
Gabriel García Márquez
Quelle: Wikimedia Commons

21.04.2014 Lateinamerika verlor am vergangenen Donnerstag einen seiner wichtigsten Künstler. Der Nobelpreisträger zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern der Region und erlangte auch weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus internationale Anerkennung. Heute verabschiedet sich Mexiko - das Land, in dem García Márquez seit mehreren Jahrzehnten lebte - von dem Künstler. Ab morgen findet in seinem Heimatland Kolumbien verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.

García Márquez - der literarische Vertreter Lateinamerikas

García Márquez kam 1927 in der Kleinstadt Aracataca im Norden Kolumbiens zur Welt. Nachdem er 1946 ein Jurastudium in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá begonnen hatte, begann er ab 1954 als Journalist zu arbeiten. Der literarische Durchbruch gelang ihm 1967 mit dem Roman Hundert Jahre Einsamkeit. Dieser wurde mehr als 30 Millionen Mal verkauft und und in mehrere Sprachen übersetzt. Es folgten viele weitere Romane, wie beispielsweise Der Herbst des Patriarchen, Chronik eines angekündigten Todes oder Die Liebe in den Zeiten der Cholera. 1982 erhielt er für seine Werke den Nobelpreis. Besondere politische Brisanz hatte die Reportage Die Abenteuer des Miguel Littín - Illegal in Chile. Darin befasst sich der Autor mit den Verbrechen der Pinochet-Diktatur, was dazu führte, dass die Militärregierung dieses Buch und andere Werke des Autors 1986 öffentlich verbrennen ließ.

García Márquez prägte in erster Linie den literarischen Stil des magischen Realismus. Dieser beschreibt reale Situationen, in die jedoch magische Elemente eingebettet werden. Insbesondere in der lateinamerikanischen Literatur erfreute sich diese Stilrichtung großer Beliebtheit. García Márquez gilt als einer der bedeutendsten Vertreter in diesem Bereich. Der Autor thematisierte in seinen Werken immer wieder die Isolation, die nicht nur die handelnden Personen, sondern die gesamte Gesellschaft erlebte. Dieses Thema spiegelt die politische Isolation Lateinamerikas wieder, die viele Bewohner empfinden.

Nachdem der Schriftsteller 1981 beschuldigt wurde, eine kolumbianische Guerrilla-Organisation zu unterstützen, floh er aus seinem Heimatland und ließ sich in Mexiko nieder. Dort lebte er für den Rest seines Lebens. Bereits 1999 wurde bei ihm ein Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. García Márquez überlebte jedoch die schwere Krankheit und setzte trotzdem seine literarische Tätigkeit bis ins hohe Alter fort. Am vergangenen Donnerstag verstarb er schließlich im Alter von 87 Jahren.

Trauerfeiern in Mexiko und in Kolumbien

Heute findet in Mexiko die offizielle Verabschiedung von dem Künstler statt. Dabei werden nicht nur viele Vertreter der Literatur und der Künste anwesend sein, auch die Präsidenten Mexikos und Kolumbiens nehmen an der Gedenkveranstaltung teil. Dabei wird auch die Urne mit der Asche des Schriftstellers ausgestellt, sodass sich die Teilnehmer von ihm verabschieden können.

Nachdem die Trauerfeier in Mexiko abgeschlossen ist, gehen die Gedenkveranstaltungen in seinem Heimatland weiter. Dort hatte die Regierung bereits bei Bekanntwerden des Todes eine dreitägige Staatstrauer verordnet. Morgen findet in der Kathedrale von Bogotá ein Gedenkgottesdients statt und in den darauffolgenden Tagen sollen mehrere künstlerische Aktionen den Autor ehren.





© Harald Angles