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Amerika-Gipfel in Panama sorgt für weltpolitische Schlagzeilen

13.04.2015 In Panama fand an diesem Wochenende der VII. Amerika-Gipfel statt. Neben der Diskussion um politische Details, die für die Region von Bedeutung sind, kam es auch zu einigen Gesten, die auf der ganzen Welt Beachtung fanden und die einen großen Einfluss auf die globale Politik haben könnten. Im Mittelpunkt stand dabei der Handschlag zwischen Barack Obama und Fidel Castro.

Historisches Treffen zwischen Castro und Obama

Das schwierige Verhältnis zwischen Kuba und den USA entspannt sich bereits seit einigen Monaten. Am Rande des Amerika-Gipfels kam es nun zu einer Handlung mit hohem Symbolwert. Seit der Kubanischen Revolution 1959 fand kein Treffen der Staatschefs der beiden Länder statt.

Obama betonte, dass trotz der erheblichen Differenzen zwischen den beiden Staaten ein "ehrliches und fruchtbares Gespräch" stattgefunden habe. Er betonte außerdem, dass er auch weiterhin keine Menschenrechtsverletzungen in Kuba akzeptieren werde.

Castro forderte vom US-Präsidenten die Aufhebung des Embargos gegen den karibischen Inselstaat. Diese Entscheidung unerliegt jedoch nicht dem Präsidenten, sondern dem Kongress. Obama rief daher die Abgeordneten dazu auf, die Sanktionen aufzugeben.

Friedensgespräche mit den FARC

Auch die Situation in Kolumbien hatte im Rahmen des Gipfeltreffens eine große Bedeutung. Die Rebellen konnten Unterhändler nach Panama entsenden, um die Friedensverhandlungen fortzuführen.

Die Vertreter der FARC bezeichneten die Gespräche als sehr erfolgreich und äußerten die Hoffnung, dass der Dialog zu einem baldigen Frieden in Kolumbien führen könnte.

Konflikt zwischen USA und Venezuela

Keine Annäherungen gab es hingegen im Konflikt zwischen den USA und Venezuela. Nachdem US-Präsident Obama das südamerikanische Land als Bedrohung eingestuft hatte, kam es zu keinem Austausch zwischen den beiden Staatschefs.

Maduro machte den Erlass der US-Regierung zum wichtigsten Bestandteil seiner Rede. Er betonte, dass er nicht gegen das Volk der USA sei, sondern gegen den Imperialismus, den seine Regierung praktizieren. Er forderte Obama dazu auf, das Dekret, das Venezuela als Bedrohung einstuft, zurückzunehmen.

Maduro musste jedoch auch starke Kritik von seinen eigenen Landsleuten hinnehmen. Vor seinem Hotel protestierten zahlreiche Venezolaner gegen die autoritäre Politik des Machthabers.





© Harald Angles