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Korruptionsverdacht gegen den Präsidenten Guatemalas

30.04.2015 In Guatemala bestimmt ein neuer Korruptionsfall die politische Agenda. Es besteht der Verdacht, dass dabei selbst hochrangige Regierungsmitglieder - bis hin zum Präsidenten selbst - darin verwickelt sein könnten.

Betrug bei der Abwicklung des Zolls

Der Hintergrund der Vorwürfe geht auf einen Betrugsfall bei der Abwicklung des Zolls zurück. Dabei sollen sich mehrere staatliche Bedienstete persönlich stark bereichert haben. Einer der Hauptverdächtigen ist der ehemalige Privatsekretär der Vizepräsidentin, der sich momentan auf der Flucht befindet.

Auf diese Weise ist eine starke Verbindung der Regierung des Landes zu dem Betrugs- und Korruptionsfall hergestellt. Viele Beobachter gehen davon aus, dass der Präsident und seine Stellvertreterin in die korrupten Geschäfte verwickelt sein könnten.

Unterschriftenaktion für Ermittlungen gegen die Regierung

Eine Bürgerinitiative hat nun damit begonnen, Unterschriften für eine Ermittlung gegen den Präsidenten und die Vizepräsidentin zu sammeln. Sie fordert die Ermittlungsbehörden dazu auf, die entsprechenden Schritte einzuleiten.

Eine weitere Forderung besteht darin, dass der Präsident seine Vermögensverhältnisse offenlegen soll. Er musste sowohl bei seinem Amtsantritt als auch zum Jahresbeginn 2015 eine eidesstattliche Erklärung zu seinem persönlichen Vermögen abgeben. Die darin enthaltenen Daten sollen Anhaltspunkte darüber geben, ob er sich bei den bekannten Betrugsfällen ebenfalls bereichert haben könnte. Bislang hat er die Veröffentlichung in mehreren Fällen abgelehnt.





© Harald Angles