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Kaum noch Wachstum in Brasilien

15.01.2015 Die brasilianische Zentralbank stellt heute ihren Bericht zum Wirtschaftswachstum im Land vor. Daran wird ersichtlich, wie groß die Krise in der größten lateinamerikanischen Volkswirtschaft ist.

Stillstand und Negativwachstum - die erschreckenden Wirtschaftsdaten Brasiliens

Die Daten, die die Zentralbank veröffentlichte, beziehen sich auf den Monat November des vergangenen Jahres. In diesem Zeitraum wuchs die Wirtschaft nach den offiziellen Angaben nur minimal um 0,04 Prozent, was beinahe einem Stillstand gleichkommt. Dabei handelt es sich um den saisonbereinigten Wert. Tatsächlich wurde im Vergleich zum Vormonat ein negatives Wachstum von -3,42 Prozent gemessen.

Noch erschreckender sind die Zahlen, wenn man die Entwicklung über ein gesamtes Jahr hinweg betrachtet. Dabei ist ein negatives Wachstum von -0.12 Prozent zu beobachten.

Die wenigen positiven Signale

Der Bericht der brasilianischen Zentralbank enthält nur sehr wenige positive Signale. Dazu zählt beispielsweise, dass viele Experten noch schlechtere Zahlen erwarteten. Eines der wichtigsten privaten Wirtschaftsinstitute Brasiliens erwartete für den November einen negativen Wert von -0,2 Prozent.

Eine weitere positive Überraschung bot der Bericht bei den Zahlen für den Einzelhandel. In diesem Bereich konnte ein Wachstum von 0,9 Prozent verzeichnet werden. Somit konnten sich die Werte in diesem Bereich zum vierten Mal in Folge verbessern.

Die Auswirkungen auf Lateinamerika

Das minimale Wirtschaftswachstum in Brasilien hat nicht nur schwere Folgen für das Land selbst. Es beeinflusst auch die Aussichten in zahlreichen weiteren Ländern der Region. Brasilien ist die mit großem Abstand größte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Für fast alle Länder Südamerikas stellt das Land am Amazonas den wichtigsten Handelspartner dar. Daher ist damit zu rechnen, dass die wirtschaftlichen Probleme den Außenhandel vieler weiterer südamerikanischer Länder negativ beeinflussen werden.





© Harald Angles