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Gelder für Hilfsprojekte enden auf privaten Konten von Politikern

19.03.2015 Nachforschungen in Bolivien zur Verwendung von Hilfsgeldern haben ergeben, dass ein großer Teil der Zahlungen auf den privaten Konten von Politikern und anderen Führungspersönlichkeiten des sozialen Lebens in der Region landeten.

Kaum Fortschritte bei Hilfsprojekten

In Bolivien gibt es eine große Zahl an staatlichen Hilfsprojekten, die das Ziel verfolgen, die Lebensumstände der Ureinwohner in den abgelegenen Regionen des Landes zu verbessern. Die Arbeiten an diesen Projekten kommen jedoch nur sehr schleppend voran, was schließlich die öffentliche Aufmerksamkeit erregte.

Dies führte schließlich zu einer Anzeige, sodass die Justiz in diesem Fall ermittelt. Dabei geht es um die Verwendung von insgesamt 71 Millionen Bolivianos, was knapp 10 Millionen Euro entspricht. Diese Gelder waren für insgesamt 153 Hilfsprojekte vorgesehen, die bislang jedoch nicht vollendet wurden.

Ermittlungen zeigen Veruntreuung auf

Laut einem Zeitungsbericht sollen die Ermittlungsergebnisse eindeutig aufzeigen, dass es in diesem Bereich zu erheblichen Veruntreuungen gekommen ist. Demnach soll ein großer Teil der Gelder auf die privaten Konten verschiedener Politiker und Funktionäre geleitet worden sein.

An erster Stelle steht dabei die Vorsitzende der Konföderation der einheimischen Völker in Bolivien. Diese soll alleine im Vergangenen Jahr mehr als 22 Millionen Bolivianos - umgerechnet etwa 3 Millionen Euro - auf ihre privaten Konten umgeleitet haben. Darüber hinaus sind noch weitere Politiker und Gewerkschaftsvertreter in dem Bericht erwähnt.





© Harald Angles