Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Ausschreitungen bei Ehrung Pinochets

11.06.2012 Die Militärdiktadur in Chile ist seit mehr als 22 Jahren beendet. Dennoch ist die Meinung der chilenischen Bevölkerung hinsichtlich der Bewertung der Militärregierung tief gespalten. Nach wie vor gibt es viele Menschen, die der Regierung der Militärs sehr positiv gegenüberstehen. Viele Menschen stehen dieser Frage eher gleichgültig gegenüber und eine weitere Gruppe der Chilenen sieht in der Zeit der Militärdiktatur eines der schwärzesten Kapitel der chilenischen Geschichte. Diese Spaltung kam an diesem Wochenende wieder zum Ausdruck, als eine Ehrung des Ex-Diktators Augusto Pinochet zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten führte.

Huldigung der Militärdiktatur in Santiago de Chile

In einem Theater im Zentrum der chilenischen Hauptstadt Santiago fand an diesem Sonntag eine Huldigung des Ex-Diktators statt. Es wurde ein Dokumentarfilm vorgeführt, der die Rolle des Diktators in sehr positivem Licht erscheinen lässt. Bilder des ehemaligen Militärmachthabers wurden aufgehängt und auch eine Büste wurde aufgestellt. Obwohl sich nur recht wenige Anhänger des Diktators zu dieser Veranstaltung einfanden, wurde dennoch in großem Stil darauf aufmerksam gemacht, um für möglichst viel Aufmerksamkeit zu sorgen.

Die Veranstaltung zog etwa 1.200 Gegendemonstranten an, was etwa das Fünffache der Teilnehmerzahl der Huldigungsveranstaltung ausmachte. Zunächst verliefen die Proteste friedlich, als die Veranstaltung jedoch zu ihrem Ende kam, eskalierte die Situation und es kam zu schweren Auseinandersetzungen.

64 Festnahmen bei Gegendemonstration

Nach dem Ende der Veranstaltung versuchten einige der Gegendemonstranten gewaltsam zu den Teilnehmern vorzudringen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Es kam zu schweren Sachbeschädigungen und 21 Polizisten wurden verletzt. 64 Demonstranten wurden festgenommen. Jedoch wurde bereits heute die Mehrheit der Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt. Lediglich 3 Demonstranten blieben in Haft.






© Harald Angles