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Europäische Union plant Maßnahmen gegen Argentinien

07.05.2012 Die Europäische Union kündigte heute aufgrund der entschädigungslosen Enteignung des Ölkonzerns YPF, der zu der spanischen Repsol-Gruppe gehörte, Maßnahmen gegen Argentinien an. Gleichzeitig wurde Brasilien dazu aufgefordert, stärker gegen die protektionistischen Maßnahmen Argentiniens vorzugehen.

Die Verstaatlichung der Erdölgesellschaft stieß auf harsche Kritik aus Europa

Im April dieses Jahres wurde knapp 20 Jahre nach der Privatisierung des Betriebs die Erdölgesellschaft YPF zwangsverstaatlicht. Der bisherige Hauptaktionär, die spanische Repsol-Gruppe, soll keine Entschädigung für seine Aktien erhalten. Sowohl der Konzern selbst als auch die spanische Regierung bezeichneten die entschädigungslose Verstaatlichung als illegal. Auch die EU reagierte mit scharfer Kritik auf die Maßnahme. Heute kündigte der EU-Handelskommissar Karel De Gucht an, die spanische Regierung mit allen der EU zur Verfügung stehenden Mittel darin zu unterstützen, eine gerechte Ausgleichszahlung durchzusetzen. Er sagte außerdem, dass diese Maßnahme sehr schädlich für Argentinien selbst sei, da so die Bereitschaft ausländischer Investoren, in diesem Land zu investieren, stark zurückginge.

Kritik an Protektionismus Argentiniens

In einer anderen Rede kritisierte er außerdem den Protektionismus Argentiniens. In der Rede, die eigentlich die Handelsbeziehungen Brasiliens zur EU zum Inhalt hatte, betonte er, dass der argentinische Protektionismus für Brasilien sehr schädlich sei. Daher müsste an erster Stelle Brasilien das Wort gegen solche Maßnahmen erheben und Maßnahmen gegen den Protektionismus ergreifen.






© Harald Angles