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Schwere Gefechte zwischen Drogenhändlern und Polizisten in Rio de Janeiro sorgen für fünf Tote

07.11.2011 In Rio de Janeiro steht die Polizei unter Druck. Durch die anstehenden Großereignisse, die Olympischen Spiele und die Fußball-Weltmeisterschaft, ist es notwendig, für Sicherheit zu sorgen. Täglich kommt es zu Gefechten, die oft für Tote und Verletzte sorgen. Obwohl dies in Rio zum Alltag gehört, wurde das Thema heute wieder aktuell, da unter den Toten ein Kameramann war, der den Einsatz für einen Fernsehsender begleitete und den Moment, in dem er erschossen wurde, selbst filmte.

Angespannte Sicherheitslage in Rio de Janeiro

Wer als Tourist nach Rio kommt, muss zwar etwas vorsichtig sein, hat aber in der Regel keine Probleme mit der Sicherheit. Überfälle auf Touristen kommen zwar vor, sind aber relativ selten. Anders sieht das Bild in vielen Stadtvierteln aus, in die nur selten Touristen kommen. Weite Teile Rios werden von verschiedenen Drogenkartellen beherrscht. Diese Banden sind schwer bewaffnet und die Polizei kann kaum in die Brennpunkte vordringen. Wenn Operationen stattfinden, sind Hunderte schwer bewaffnete Polizisten notwendig, um den Verbrechern Einhalt zu gebieten. Die Verbrecherbanden verfügen über Kriegswaffen, vor einiger Zeit gelang es ihnen sogar, einen Polizeihubschrauber abzuschießen. Um die Sicherheitslage für die sportlichen Großereignisse zu verbessern, geht die Polizei schon seit Längerem massiv gegen die Drogenbanden vor. Trotz der großen Anstrengungen, die viele Tote auf beiden Seiten fordern, konnte dieses Ziel bisher nicht erreicht werden. In vielen Stadtteilen ist nach wie vor das Gewaltmonopol des Staates nicht gewährleistet.

Tragischer Tod eines Reporters

Die Kämpfe finden in Brasilien mittlerweile kaum mehr Erwähnung in der öffentlichen Berichterstattung. Die Berichte über getötete Polizisten und Verbrecher stellen nur eine Randnotiz dar. Heute jedoch rückte das Thema Sicherheit wieder in den Fokus, da ein Kameramann des Fernsehsenders Bandeirantes bei einem Schusswechsel ums Leben kam. Die Aufmerksamkeit kam vor allem deswegen zustande, da er im Moment, als er erschossen wurde, den Einsatz filmte. Das Video, das bei seinem letzten Einsatz entstand, ist mittlerweile auf Youtube für die Öffentlichkeit zugänglich. Neben dem Kameramann kamen bei den Gefechten auch vier mutmaßliche Drogenhändler ums Leben. Die Nachricht vom Tod des Kameramanns heizte die Debatte neu an, wie die öffentliche Sicherheit in Rio hergestellt werden kann, die für die erfolgreiche Austragung der Weltmeisterschaft und der Olympischen Spiele so wichtig wäre.






© Harald Angles