Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Streit zwischen Kolumbien und Nicaragua vertieft sich

03.09.2012 Der Esguerra-Bárcenas-Vertrag regelte 1928 die Zugehörigkeit der Inselgruppe San Andrés in der Pazifik. Die Inseln, die vormals zu Nicaragua gehörten, wurden in diesem Vertrag Kolumbien zugesprochen. Nicaragua will diesen Vertrag jedoch nicht mehr anerkennen, da dieser durch die damalige Militärbesatzung durch die USA erzwungen worden sei.

Entscheidung aus Den Haag steht noch aus

Nicaragua verklagte Kolumbien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag im April dieses Jahres, um auf diesem Wege die Hoheit über die Inseln zurückzuerhalten. Die Entscheidung des Gerichts steht bislang noch aus, soll aber noch vor Ende des Jahres fallen. Allerdings scheinen die Chancen für Nicaragua, auf diesem Wege die Inseln zurückzuerhalten, sehr gering. Dies liegt zum einen an der recht schwachen rechtlichen Grundlage, das größte Problem ist jedoch, dass sich die große Mehrheit der Bevölkerung der Inseln für einen Verbleib bei Kolumbien ausgesprochen hat. Die Bevölkerung sieht sich selbst nicht nur als Teil Kolumbiens, das südamerikanische Land hat auch eine deutlich bessere Wirtschaftsleistung als Nicaragua.

Säbelrasseln in der Karibik

Die aktuelle Grenze zwischen kolumbianischen und niacaraguanischem Hoheitsgebiet ist der 82. Längengrad. Der Armeechef Nicaraguas, Julio César Avilés, hatte am Freitag verkündet, regelmäßig Übungen auch jenseits dieser Grenze, also auf dem Gebiet, das zwar von Nicaragua beansprucht wird, aber noch zu Kolumbien gehört, durchzuführen. Kolumbien antwortete nun auf diese militärischen Drohungen, indem es verkündete, die Seegrenze zwischen den beiden Ländern auch militärisch zu verteidigen, falls dies notwendig werde. Der kolumbianische Verteidigungsminister verkündete, dass die Marine seines Landes in diesen Gewässern patrouilliere und stets bereit dazu sei, die Souveränität des Landes sicherzustellen. Jedoch fügte er beschwichtigend hinzu, dass es bisher noch keine Anzeichen dafür gebe, dass die Seegrenze verletzt worden sei.






© Harald Angles