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Lateinamerikanische Künstler treffen sich in La Paz

27.08.2012 Künstler aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas trafen sich in der vergangenen Woche in La Paz. Das Thema der Zusammenkunft war durch den Bezug zur Kultur der Ureinwohner dieses Kontinents geprägt.

"Die Mythen der Mutter Erde"

"Mitos de la Madre Tierra" war der Titel der Veranstaltung. Auf Deutsch bedeutet dies "Die Mythen der Mutter Erde". Bereits in diesem Titel wird deutlich, was der Sinn der Zusammenkunft war. Die Künstler wollten den Bezug zu den indigenen Kulturen der Region herstellen und diese Wurzeln neu beleben. Dabei stand die bekannte Legende der Pachamama im Mittelpunkt des Treffens, die in vielen Werken abgebildet wurde.

In vielen Bereichen der lateinamerikanischen Gesellschaft wird die indigene Herkunft nach wie vor als Makel betrachtet. Selbst in Ländern wie beispielsweise Bolivien, deren Bevölkerung zu einem sehr großen Teil aus Nachfahren der Ureinwohner besteht, ist eine dunklere Hautfarbe oder die offensichtliche Identifikation mit der Kultur der Ureinwohner ein Problem für den sozialen Aufstieg. Die Führungspositionen in weiten Teilen der Gesellschaft sind der indigenen Bevölkerung versperrt. Da dieser gesellschaftlichen Gruppe über Jahrhunderte hinweg der Zugang zur Bildung verwehrt wurde, herrscht in vielen Teilen der Bevölkerung nach wie vor die Auffassung, dass deren Mitgleider nicht in der Lage dazu seien, beispielsweise den Posten eines Akademikers zu besetzen. Zwar setzte nach dem Wahlsieg von Evo Morales eine große gesellschaftliche Erneuerung ein, die der indigenen Bevölkerung viele Möglichkeiten eröffnete, doch innerhalb der Gesellschaft zeichnet sich die indigene Bevölkerung nach wie vor dadurch aus, dass ihre Möglichkeiten für einen sozialen Aufstieg stark eingeschränkt sind. Das Treffen der Künstler soll die idigene Identität stärken und so auch die Lebenssituation dieser Menschen verbessern.

Veränderungen im Stadtbild

Das Treffen der Künstler war so angelegt, dass auch die Bevölkerung Anteil an den Aktionen haben sollte. Daher war die herasuragende Aktion des Treffens das Bemalen mehrerer Wände an verschiedenen Stellen in La Paz. Da sich diese Gemälde an wichtigen Orten der Stadt befinden, nehmen sie einen sichtbaren Einfluss auf das Stadtbild. Auch hier sind die Motive und die Techniken so gewählt, um einen Bezug zur idigenen Bevölkerung herzustellen. Dies soll dieser Gruppe, die den größten Teil der Bevölkerung in Bolivien und vielen Nachbarländern darstellt, zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen.






© Harald Angles