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Nicaragua klagt gegen Kolumbien in Den Haag

23.04.2012 Nicaragua und Kolumbien tragen ihre Auseinandersetzung um die Inselgruppe San Andrés in der Karibik nun vor dem Internationalen Gerichtshof aus. Die Hoheit über die Inseln ist bereits seit 80 Jahren zwischen den beiden Ländern umstritten.

1928: Die Übertragung der Inselgruppe an Kolumbien

Die Inselgruppe, die etwa 50.000 Quadratkilometer Landfläche umfasst und auf der etwa 70.000 Menschen leben, gehörte bis 1928 zu Nicaragua. Die verschiedenen Inseln liegen etwa 200 km vor der nicaraguanischen Küste, sind jedoch mehr als 800 km vom kolumbianischen Festland entfernt. Die Inseln wurden durch den Bárcenas-Esguerra-Vertrag, der 1928 unterschrieben und 1930 ratifiziert wurde, an Kolumbien abgetreten. Nicaragua stand jedoch zu dieser Zeit unter militärischer Besetzung durch die USA und die Regierung, die den Vertrag unterzeichnete, handelte im Auftrag der Besatzungsmacht. Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit, erkannte Nicaragua den Vertrag nicht an, da er nach der Überzeugung der nicaraguanischen Regierungen unrechtmäßig zustande gekommen sei. Seither fordert Nicaragua die Hoheit über die Inseln.

Den Haag soll über die Zugehörigkeit der Inseln entscheiden

Nach über 80 Jahren der Auseinandersetzung über sie Souveränität der Inselgruppe soll nun Den Haag über diese Frage entscheiden. Heute begannen die Anhörungen der nicaraguanischen Position. Die kolumbianische Regierung hingegen wies die Forderungen Nicaraguas als unbegründet zurück. Die Verhandlungen über die Inseln sind bis zum 4. Mai angesetzt. Eine Entscheidung zugunsten Nicaraguas gilt jedoch als unwahrscheinlich, insbesondere da die Einwohner der Inseln mehrheitlich bei Kolumbien bleiben wollen.






© Harald Angles