Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Paraguay soll auf Teilnahme an Gipfeltreffen verzichten

17.09.2012 Im November soll im spanischen Cádiz der Iberoamerika-Gipfel stattfinden. Da möglicherweise Länder wie Argentinien, Bolivien, Ecuador und Venezuela auf eine Teilnahme verzichten würden, sollte der paraguayische Präsident Federico Franco am Gipfel teilnehmen, soll nun Paraguay freiwillig auf seine Teilnahme verzichten.

Paraguay wird in Südamerika nach Machtwechsel nicht als Partner akzeptiert

Im Juni dieses Jahres wurde das damalige Staatsoberhaupt Fernando Lugo als Präsident Paraguays abgesetzt. Obwohl die Amtsenthebung durch das demokratisch gewählte Parlament durchgeführt wurde und der paraguayischen Verfassung entsprach, erkennen viele südamerikanische Regierungen die Präsidentschaft Francos nach wie vor nicht an und bezeichnen den Machtwechsel als Staatsstreich. Unter anderem wurde Paraguay aus dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur zeitweilig ausgeschlossen. Verschiedene Regierungen Südamerikas sind nicht bereits, an Verhandlungen teilzunehmen, an denen Vertreter der neuen paraguayischen Regierung beteiligt sind.

Eine Teilnahme Paraguays könnte Gipfeltreffen gefährden

Insbesondere die Teilnahme Argentiniens gilt als äußerst unwahrscheinlich, sollte Franco ebenfalls am Gipfel teilnehmen. An eine solche Entscheidung könnten sich die Regierungen Ecuadors, Boliviens und - im Falle eines Wahlsiegs Chavez' im Oktober - Venezuela anschließen. Sollte dieser Fall eintreten, wäre das Gipfeltreffen sinnlos, da mit den verbliebenen Teilnehmern nur ein kleiner Teil des eigentlichen Teilnehmerfeldes repräsentiert würden. Um dieses Szenario zu vermeiden, entsandte die spanische Regierung den Staatssekretär für Iberoamerika Jesús Gracia nach Asunción, um die Regierung Paraguays zu einem Verzicht auf die Teilnahme zu bewegen. Es wird davon ausgegangen, dass Paraguay den Forderungen nachkommen wird und noch diese Woche ankündigen wird, nicht am Gipfeltreffen teilzunehmen.






© Harald Angles