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Präsident Ecuadors sagt Teilnahme an Amerikagipfel ab

15.03.2012 Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sagte heute seine Teilnahme am Gipfeltreffen der Organisation amerikanischer Staaten ab. Die Absage erfolgte aus politischen Gründen und ist in erster Linie als Reaktion auf die Weigerung der USA zu betrachten, einer kubanischen Teilnahme am Gipfeltreffen zuzustimmen.

Gipfeltreffen sorgt bereits im Vorfeld für Polemik

Das nächste Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten wird Mitte April in Kolumbien stattfinden. Doch bereits im Vorfeld kam es zu Unstimmigkeiten über die Zusammensetzung des Gipfeltreffens. Der Streit entzündete sich über die Teilnahme Kubas am Gipfel. Kuba ist bereits seit Langem von der OAS ausgeschlossen, da diese nur demokratisch organisierte Staaten akzeptiert. Verschiedene amerikanische Staaten sprachen sich jedoch für eine Teilnahme Kubas aus. Die USA beharrten aber auf dem Ausschluss und akzeptierten die kubanische Teilnahme nicht.

Im nächsten Schritt der Streitigkeiten sagte nun Ecuador seine Teilnahme am Gipfeltreffen ab. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa, der sich zur Zeit auf einem Staatsbesuch in der Türkei befindet, verkündigte heute, nicht am Gipfeltreffen teilzunehmen. Dabei bezog er sich ausdrücklich auf die Streitigkeiten bezüglich der Teilnahme Kubas.

Fundamentale Probleme werden nicht behandelt

Bei seiner Ankündigung übte Correa scharfe Kritik an den Gipfeltreffen. Diese seien von Klischees und Gemeinplätzen bestimmt, es werde der Demokratie gehuldigt, wobei man sich nur auf die formale Demokratie beziehe, die jedoch keine Gerechtigkeit und keine Meinungsfreiheit beinhalte, so Correa. Man ginge nicht auf die fundamentalen und drängenden Probleme Amerikas ein.

Als dringende Problem, die nach Ansicht des ecuadorianischen Amtsträgers auf die Tagesordnung eines Gipfeltreffens gesetzt werden müssen, nannte Correa den Handelsboikott der USA gegenüber Kuba und die britische Herrschaft auf den Falkland/Malvinas-Inseln im Südatlantik, die von Argentinien beansprucht werden.

Correa kam nochmals auf die Problematik der Handelsblockade für Kuba zu sprechen. Er bezeichnete es als skandalös, dass dieser Handelsboikott nach wie vor aufrecht erhalten werde, trotz der Integrationsfortschritte, die in Lateinamerika gemacht würden.






© Harald Angles