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Uruguay und Brasilien besprechen Wirtschaftsthemen bei Blitzbesuch

19.04.2012 Der Besuch des uruguayischen Präsidenten José Mujica in Brasilien, der bereits für den 5. April vorgesehen war aber aufgrund eines Unwetters abgesagt wurde, fand heute überraschend und ohne vorherige Ankündigung statt. Der uruguayische Präsident sprach mit seiner brasilianischen Amtskollegin Dilma Rousseff in erster Linie über wirtschaftliche Themen.

Vertiefung des Mercosur

Der Präsident Uruguays machte sich insbesondere für eine Wiederbelebung und Vertiefung des Mercosur stark. Das südamerikanische Integrationsbündnis, dem außer Brasilien und Uruguay noch Argentinien, Paraguay und Venezuela angehören, konnte die hoch gesteckten Ziele des gemeinsamen Marktes niemals erreichen und litt in den letzten Jahren unter zahlreichen nationalen Alleingängen. Präsident Mujica rief dazu auf, zu den Wurzeln des Mercosur zurückzukehren und den freien Handel zwischen den beteiligten Nationen wieder so durchzusetzen, wie er im Vertrag von Asunción vorgesehen war.

Währungsstabilität und Energieprojekte

Ein weiteres Thema der Gespräche war die Stabilität der Währungen der beiden Länder. Sowohl der uruguayische Peso als auch der brasilianische Real haben in den letzten Jahren erheblich gegenüber dem Dollar an Wert zugenommen. Diese Entwicklung führt immer mehr dazu, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure in beiden Ländern abnimmt. Daher wollen die beiden Länder Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Steigerung des Wechselkurses zu verhindern.

Ein weiteres Thema der Gespräche war die Energiepolitik und die Kooperation der beiden Staaten in diesem Bereich. Insbesondere Uruguay hat eine deutlich höhere Nachfrage an elektrischer Energie als im Land selbst produziert wird. Zusätzlich zu einer sich bereits im Bau befindlichen Stromleitung zwischen Montevideo und dem südbrasilianischen Candiota soll nun in Uruguay eine Windkraftanlage errichtet werden, um den Energiebedarf zu decken. Die Anlage soll eine Leistung von 300 Megawatt haben und wird von brasilianischen und uruguayischen Unternehmen in einem gemeinsamen Projekt errichtet werden.






© Harald Angles