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UNASUR bezieht Stellung für Ecuador im Streit um Julian Assange

20.08.2012 Das südamerikanische Staatenbündnis UNASUR hat gestern Ecuador in der Auseinandersetzung mit Großbritannien um den Asylantrag des Wikileaks-Gründers Julian Assange unterstützt. Dabei verurteilte die UNASUR die Drohungen Großbritanniens, in die ecuadorianische Botschaft einzudringen, scharf.

Zweimonatiger Aufenthalt in ecuatorianischer Botschaft

Bereits vor zwei Monaten hatte sich der Wikileaks-Gründer Julian Assange in die Botschaft Ecuadors geflüchtet. Seither konnte er das Botschaftsgebäude nicht mehr verlassen, da ihm sonst die Verhaftung durch die britische Polizei drohte. Assange wird in den USA wegen Geheimnisverrats und in Schweden wegen Sexualdelikten von der Polizei gesucht. Großbritannien will ihn nach Schweden ausliefern, Assange bestreitet jedoch die ihm vorgeworfenen Sexualdelikte und behauptet, sie seien nur ein Vorwand, um ihn letztendlich in die USA auszuweisen.

Der Konflikt spitzte sich schließlich zu, als Ecuador verkündete, den Asylantrag zu gewähren. Großbritannien wiederum erklärte, dass Assange kein freies Geleit für die Ausreise nach Ecuador gewährt würde. Dabei kam es zu Drohungen vonseiten Großbritanniens, in die ecuadorianische Botschaft einzudringen.

UNASUR unterstützt Ecuador und verurteilt Drohungen Großbritanniens

Gestern traten im ecuadorianische Guayaquil die Regierungschefs fast aller Mitgliedstaaten der UNASUR zusammen, um die Position der südamerikanischen Länder in diesem Fall zu diskutieren. Bei der abschließenden Pressekonferenz verkündeten die Sprecher, die Position Ecuadors zu unterstützen und außerdem verurteilten sie die Drohungen Großbritanniens, in die Botschaft einzudringen.

Assange selbst zeigte sich gestern ebenfalls zu einer ersten öffentlichen Stellungnahme nach seiner Flucht in die Botschaft. Dabei dankte er den verschiedenen lateinamerikanischen Staaten, die seine Position unterstützten, ausdrücklich.






© Harald Angles