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Uruguay aus grauer Liste für Steuerparadiese gestrichen

15.12.2011 Uruguay wurde heute offiziell aus der grauen Liste der OECD gestrichen, die Länder aufführt, in denen der internationale Austausch von Steuerdaten nicht vollzogen wird und die damit Anlegern Schlupflöcher zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche bieten.

Uruguay auf G20 Gipfel scharf attackiert

Vor wenigen Wochen wurde Uruguay vom französischen Präsidenten Sarkozy noch hart angegriffen. Er bezeichnete Uruguay als Steuerparadies, das internationalen Normen nicht entspräche. Die Proteste der uruguayischen Regierung gegen das französische Staatsoberhaupt waren entschieden. Uruguay, das mit vielen wichtigen Wirtschaftsmächten bereits Verträge zum Austausch von Daten über Finanzgeschäfte abgeschlossen hatte, nahm daraufhin mit sieben weiteren - vorwiegend nordeuropäischen - Ländern Gespräche auf. Die Verträge, die daraus resultierten, veranlassten die OECD nun, Uruguay aus der grauen Liste zu streichen.

Regierung betont, dass es ein Fehler war, Uruguay auf die graue Liste zu setzen

Die Regierung Uruguays betonte nochmals ausdrücklich, dass Uruguay bereits vor dem Eklat um die Aussagen des französischen Präsidenten internationale Normen zur Überprüfung des Finanzverkehrs beachtet habe. Es sei daher ein Fehler gewesen, Uruguay auf diese Liste zu setzen, insbesondere da in diesem Land Anstrengungen gegen Geldwäsche und Drogenhandel unternommen worden seien, die die Bemühungen mancher Teilnehmer am G20-Gipfel übertreffe. Sarkozy wurde nochmals scharf kritisiert, während die G20 ausdrücklich in Schutz genommen wurde. Die Aussagen des französischen Präsidenten müssten als dessen persönliche Stellungnahme gewertet werden, da sie in keinem Protokoll der G20 erwähnt wurden.






© Harald Angles