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Venezuela vor den Wahlen

01.10.2012 Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen in Venezuela ist der Wahlausgang nach wie vor sehr ungewiss. Das letzte Wochenende vor dem Urnengang war von Großkundgebungen, gegenseitigen Anschuldigungen und Gewalt geprägt.

Drei Tote bei Kundgebung der Opposition

Bei einer Kundgebung der Opposition im venezolanischen Staat Barinas kamen am Samstag drei Sympathisanten der Opposition ums Leben. Nach Angaben der Oppositionspartei des Präsidentschaftskandidaten Henrique Capriles versuchten Anhänger der Partei des Präsidenten Hugo Chávez, dem Kundgebungszug den Weg abzuschneiden. Daraufhin sollen einige Mitglieder der Oppositionspartei versucht haben, mit den Vertretern der Regierungspartei zu verhandeln, um eine friedliche Lösung des Problems zu erreichen. Nach Angaben der Oppositionspartei wurden die Vermittler jedoch beschossen, als sie sich den Blockierern annäherten. Die Opposition machte die Regierungspartei für die Morde verantwortlich.

Die Regierung hingegen wies die Vorwürfe zurück. Der Parlamentspräsident und Vertreter der Regierungspartei Diosdado Cabello sagte, es sei unverantwortlich, zu behaupten, die Schüsse seien von Mitgliedern der Regierungspartei abgegeben worden.

Wahlausgang ist nach wie vor ungewiss

Bislang sehen die Wahlforscher den Amtsinhaber Chávez als Favoriten für die Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag. Dennoch scheinen die Umfragen ein diffuses Bild von der politischen Situation in Venezuela zu zeichnen. Bei der Abschlussveranstaltung des Wahlkampfs der Opposition gestern in Caracas versammelten sich Tausende Anhänger um die Kandidatur von Henrique Capriles zu unterstützen. Dieser sagte, diese Veranstaltung sei die größte in der Geschichte der Hauptstadt Caracas gewesen. Chávez selbst hingegen gibt sich nach wie vor siegesgewiss. Er sagte, sein Modell sei noch nicht erschöpft. Außerdem kündigte er an, dass er für den Fall, dass die Opposition die Wahlen gewinnen sollte, einen Volksaufstand für wahrscheinlich halte.






© Harald Angles