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Den Haag soll Grenze zwischen Peru und Chile festlegen

03.12.2012 Die Grenze zwischen Peru und Chile ist bereits seit vielen Jahrhunderten umstritten. Während dieser Streit in der Vergangenheit zu vielen Kriegen zwischen den beiden Staaten führte, wird der Konflikt heute friedlich und in einem institutionellen Rahmen vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag ausgetragen.

Peru drängt auf eine Neufestlegung der Seegranzen

Der Prozess in Den Haag wurde von Peru angestrebt. Peru war in den Kriegen der Vergangenheit fast immer unterlegen und verlor Teile seines Staatsgebiets an Chile. Zwar wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Nachbarländern eingestellt, die Beziehungen zwischen beiden Ländern werden aber nach wie vor von Streitigkeiten hinsichtlich des Grenzverlaufs bestimmt. Im vorliegenden Fall will Peru eine neue Festlegung der Seegrenze im Pazifik erreichen. Beide Staaten liegen an der Küste des pazifischen Ozeans und der Verlauf der Seegrenze wurde zwischen beiden Staaten in zwei verschiedenen Verträgen bereits vor vielen Jahren festgelegt. Chile akzeptierte zwar den Prozess in Den Haag, da die Regierung die Auffassung vertritt, dass dieses Gericht die geeignete Institution sei, um derartige Konflikte zu klären, wies aber die Forderungen Perus umfassend zurück und verwies darauf, dass die bestehenden Verträge den Grenzverlauf eindeutig festlegen.

Beide Staaten geben sich optimistisch

Im Vorfeld des heute beginnenden Prozesses gaben sich die Vertreter beider Staaten optimistisch. Der peruanische Kanzler Rafael Roncagliolo sagte kurz vor dem Prozessbeginn, dass die Argumente seines Landes solide seien und dass er dem Prozess gelassen entgegensehe. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera tätigte bereits gestern eine ähnliche Aussage zu diesem Thema. Auch er sagte, dass die Argumente der chilenischen Regierung stichhaltig seien und dass diese auf den geschlossenen Verträgen beruhen, die bereits mehrfach von der peruanischen Regierung anerkannt worden seien. Obwohl er sich siegessicher gab, erklärte er auch, dass Chile die Entscheidung des Gerichts in jedem Fall anerkennen werde, selbst wenn es gegen die chilenischen Interessen entscheide.





© Harald Angles