Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Verbrecher entwenden 215 Handfeuerwaffen aus einem Polizeidepot

31.01.2012 Vier Verbrechern gelang es gestern, 215 Pistolen aus einem Depot der Verkehrspolizei zu entwenden. Der spektakuläre Waffenraub sorgte nicht nur für einen großen materiellen Verlust, sondern verschärfte auch die Diskussion um die öffentliche Sicherheit in Costa Rica.

Das Waffenlager war nur unzureichend gesichert

Vier bewaffnete Männer drangen gestern in ein Waffenlager der Verkehrspolizei ein und konnten 215 Pistolen entwenden. Die Verbrecher konnten durch den Haupteingang eindringen und die beiden Wachmänner überwinden. Nachdem die Eindringlinge die Wachen gefesselt und eingesperrt hatten, konnten sie ungestört die Sicherheitstüre zur Waffenkammer aufbrechen.

Die Sicherheitsvorkehrungen in dem Waffenlager der Verkehrspolizei werden von der örtlichen Presse als ungenügend beschrieben. Zum einen wurde der Haupteingang lediglich durch ein Vorhängeschloss gesichert, das leicht aufzubrechen war. Zum anderen wurde die Anlage lediglich durch zwei Wachmänner einer privaten Sicherheitsfirma bewacht. Die Situation wurde zusätzlich dadurch verschärft, dass sich lediglich einer der Wachmänner direkt am Waffenlager aufhielt. Der andere war mit der Bewachung eines angrenzenden Rohbaus, der ebenfalls für die Verkehrspolizei vorgesehen ist, beschäftigt.

Die Debatte um die Innere Sicherheit in Costa Rica wurde durch den Waffenraub angeheizt

Die Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, sagte, sie empfinde eine "tiefe Frustration" wegen des Waffenraubes. Sie gestand ein, dass die Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft waren. Sie kündigte an, dass die Verantwortlichen für diese Sicherheitslücken zur Rechenschaft gezogen würden. Erste Hausdurchsuchungen, die in Zusammenhang mit dem Waffenraub durchgeführt wurden, blieben jedoch ohne Ergebnis.

In Costa Rica, das als der sicherste Staat Zentralamerikas gilt, entstand eine neue Diskussion um die Sicherheit im Küstenstaat. Von vielen Seiten wurde ein härterer Kurs gefordert, um die Sicherheit vor Verbrechen in Costa Rica zu verbessern.






© Harald Angles