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Costa Rica

Reliefkarte von Costa Rica
Die Geografie Costa Ricas
Quelle: Wikimedia Commons

Costa Rica ist ein kleiner Staat in Mittelamerika. Das Land, das zwischen dem Pazifik und dem Karibischen Meer liegt, weist viele Besonderheiten auf. Einer der wichtigsten Punkte ist sicherlich, dass das Land bereits seit 1949 auf eine eigene Armee verzichtet. Dies ist bei keinem weiteren Land Lateinamerikas der Fall. Außerdem fällt Costa Rica durch einen relativ hohen Bildungsstandard und eine im lateinamerikanischen Vergleich geringe Kriminalitätsrate auf.

Wo liegt Costa Rica?

Costa Rica liegt auf der mittelamerikanischen Landbrücke, die den Pazifischen vom Atlantischen Ozean trennt. Im Norden grenzt Costa Rica an Nicaragua, im Süden an Panama. Die westliche Landesgrenze stellt der Pazifische Ozean dar, die östliche das Karibische Meer. Mit einer Fläche von 51.100 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von gut vier Millionen zählt Costa Rica zu den kleinsten Ländern Lateinamerikas.

Obwohl Costa Rica sehr klein ist, bietet es dennoch eine große geographische Vielfalt. In Costa Rica findet der Besucher langgestreckte Küstenebenen, hohe Berge, tropischen Regenwald und Trockengebiete. Costa Rica ist durch viele Vulkane geprägt, der höchste Berg des Landes, der Chirripó Grande (3820m), ist jedoch nicht vulkanischen Ursprungs.

Die Geschichte Costa Ricas

Nebelwald in Costa Ricas
Tropischer Nebelwald in Costa Rica
Quelle: Wikimedia Commons

Das Gebiet Costa Ricas wurde bereits vor vielen Tausend Jahren besiedelt. Mit etwa 400.000 Einwohnern zur Zeit der Entdeckung durch die Spanier zählte Costa Rica zu einem der am dichtesten besiedelten Gebiete Amerikas. Der Norden Costa Ricas wurde durch die Azteken beeinfluss, ohne jedoch zu deren Gebiet zu gehören. Die halbnomadischen Völker im Süden stammten hingegen von südamerikanischen Völkern ab.

Christoph Kolumbus betrat am 18. September 1502 als erster europäischer Eroberer Costa Rica. Die in diesem Gebiet ansässigen Indianer begrüßten ihn freundlich und überreichten ihm Geschenke. Spätere Missionen drangen von Panama aus nach Costa Rica vor, jedoch wurden diese von den Eingeborenen angegriffen und Hunger und Krankheiten sorgten ebenfalls für Probleme.

Ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonialisiert. Die von den europäischen Eroberern eingeschleppten Krankheiten hatten in der Zwischenzeit die Bevölkerung dezimiert, weshalb die Eroberer nur auf wenig Widerstand trafen. Costa Rica konnte jedoch keine große wirtschaftliche Bedeutung erreichen und die weit von den Zentren der spanischen Macht gelegene Lage sorgte ebenfalls dafür, dass dieses Gebiet eine sehr arme Kolonie blieb.

Am 15. September 1821 erklärte Costa Rica seine Unabhängigkeit von den Spaniern. Zunächst suchte das Land den Anschluss an Mexiko. Nach einiger Zeit entwickelten sich jedoch immer mehr Strömungen heraus, die eine unabhängige Republik und die Orientierung an der Zentralamerikanischen Konföderation befürworteten. Aus diesen Meinungsverschiedenheiten entwickelte sich 1823 ein kurzer Bürgerkrieg, den die Befürworter der eigenständigen Republik für sich entscheiden konnten. Costa Rica trat 1823 in die Zentralamerikanische Konföderation ein.

Die Geschichte Costa Ricas wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten durch gewaltsame Regierungsumstürze und einen immer größer werdenden Einfluss der reichen Kaffeeproduzenten geprägt. 1889 kam es jedoch bereits zu den ersten freien Wahlen. Zunächst wollte die bisherige Regierung das Ergebnis, mit dem diese abgewählt wurde, nicht akzeptieren. Große Proteste der Bevölkerung ermöglichten nach kurzer Zeit dennoch den Amtsantritt des ersten demokratisch gewählten Präsidenten, José Joaquín Rodríguez Zeledón.

Doch entwickelte dieser einen sehr autoritären Herrschaftsstil und so konnte Costa Rica auch in der Folgezeit nur formal als Demokratie bezeichnet werden. Die Verfolgung oppositioneller Kräfte, Einmischungen der Armee und Wahlfälschungen sorgten über Jahrzehnte hinweg dafür, dass die Demokratie nur auf dem Papier bestand.

José María Figueres Ferrer führte 1948 ein Heer an, das für einen weiteren Umsturz in Costa Rica sorgte. Figueres und seine Truppen konnten die bisherige Regierung stürzen. In der Folgezeit führte er umfassende Reformen im Land durch, die Costa Rica zu einer Demokratie werden ließen. Eine der herausragendsten Reformen war die Abschaffung des Militärs 1949. Costa Rica ist seither das einzige Land der Welt, das vollständig auf das Militär verzichtet.

Die Bürgerkriege in Zentralamerika in den achtziger Jahren ließen auch Costa Rica nicht unberührt. Dennoch erklärte sich das Land in allen Auseinandersetzungen für neutral und konnte so größere Konflikte vermeiden. Costa Rica war immer bemüht, Ansammlungen ausländischer Kämpfer im eigenen Staatsgebiet zu vermeiden.

Politik und Kultur in Costa Rica

Die Hauptstadt Costa Ricas
San José, die Hauptstadt Costa Ricas
Quelle: Wikimedia Commons

Costa Rica ist eine föderal organisierte Präsidialrepublik. Der Präsident ist sowohl Staats- als auch Regierungschef und hat sehr weitreichende Einflussmöglichkeiten. Costa Rica hat ein Einkammer-Parlament.

Costa Rica zeichnet sich im Vergleich zu den anderen mittelamerikanischen Staaten durch einen relativ hohen Lebensstandard, sozialen Frieden und gefestigte Institutionen aus. Bei der Abschaffung des Militärs 1949 wurden die freiwerdenden Mittel in erster Linie in Bildung investiert. Costa Rica hat daher einen relativ hohen Bildungsstandard. Die sozialen Ungleichheiten sind im Verhältnis zu den Nachbarländern sehr gering und die Kriminalitätsrate ist niedrig.

Der überwiegende Teil der costa-ricanischen Bevölkerung ist europäischstämmig - in vielen Fällen mischen sich die Wurzeln jedoch mit denen der Ureinwohnern. Daher ist die Kultur des Landes stark von den europäischen Lebensgewohnheiten geprägt. Dies zeigt sich beispielsweise auch daran, dass die Bevölkerung in ihrer großen Mehrheit dem Christentum angehört. Der Anteil der ursprünglichen Bevölkerung - die noch nach dem traditionellen Lebensstil der Ureinwohner leben - ist hingegen sehr gering.

Wirtschaft und Tourismus in Costa Rica

Bananenanbau in Costa Ricas
Bananenproduktion in Costa Ricas
Quelle: Wikimedia Commons

Die Wirtschaft ist traditionell von der Landwirtschaft geprägt. Kaffee und Bananen machen nach wie vor einen erheblichen Teil der Exporte aus. Auch der Anbau von Ananas wird immer wichtiger. Die Industrie spielt hingegen keine allzu große Rolle. Jedoch siedelte sich vor einiger Zeit der Chiphersteller Intel in Costa Rica an und seither werden dort hochtechnologische Computerchips hergestellt, die dem Land wichtige Devisen bringen. Auch der Tourismus zählt zu den wichtigsten Devisenbringern Costa Ricas.

Ein Sandstrand in Costa Rica
Urlaubsparadies Costa Rica
Quelle: Wikimedia Commons

Die natürliche Schönheit und die Vielfalt Costa Ricas machen das Land zu einem der beliebtesten Reiseziele der Region. Die Infrastruktur hat sich bereits gut an diese Nachfrage angepasst, sodass die Besucher hochwertige Unterkünfte und ein vielfältiges Angebot für verschiedene Aktivitäten vorfinden. Zu den beliebtesten Reisezielen in Costa Rica zählen sicherlich die tropischen Badestrände. Das Land bietet sowohl an der Pazifikküste als auch an dem karibischen Küstenabschnitten hervorragende Bedingungen für einen Badeurlaub. Das Wetter ist das ganze Jahr über sehr warm, sodass ein Strandurlaub in Costa Rica jederzeit möglich ist.

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Das Land bietet den Urlaubern jedoch nicht nur beeindruckende Badestrände. Sehr beliebt ist es auch, die aktiven Vulkane zu besuchen. Diese bieten mit ihren Rauchschwaden stets einen beeindruckenden Anblick. Der tropische Regenwald mit seiner unglaublichen Artenvielfalt ist außerdem ein beliebtes Ziel für den Ökotourismus. Costa Rica wurde auch zu einem wichtigen Zentrum für Sprachreisen. Spanischkurse in Costa Rica sind bei internationalen Sprachschülern sehr beliebt.

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