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Nordamerika




Mexiko

Reliefkarte Mexiko
Die Geografie Mexikos
Quelle: Wikimedia Commons

Mexiko ist, wenn man seine Bevölkerung von etwa 110 Millionen Einwohnern betrachtet, nach Brasilien das zweitgrößte Land Lateinamerikas. Betrachtet man die Fläche, belegt es hinter Brasilien und Argentinien den dritten Platz. Mexiko hat eine herausragende Stellung unter den Ländern Lateinamerikas. Zum einen ist es das einzige Land Lateinamerikas, das dem nordamerikanischen Subkontinent zugeordnet wird. Zum anderen erfährt es durch seine geografische Nähe zur Weltmacht USA eine besondere Bedeutung. Die USA spielen insbesondere seit der Einführung der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA wirtschaftlich eine herausragende Rolle für Mexiko. Ein beträchtlicher Teil der Produktion erfolgt ausschließlich für den Markt der Vereinigten Staaten.

Die mexikanische Kultur ist in Europa so bekannt wie die Kultur keines zweiten lateinamerikanischen Landes. Auch wenn es sich dabei oft nur um Ausschnitte, Vorurteile und Verallgemeinerungen der Lebensgewohnheiten des Landes handelt, ist diese Tatsache von Bedeutung. Auch diese Bekanntheit rührt von der Nähe zu den USA. Denn die mexikanische Kultur wird immer wieder in Spielfilmen aufgegriffen und so auf der ganzen Welt verbreitet. Die Nachbarländer sind im Norden wie bereits erwähnt die USA und im Süden Guatemala und Belize. Im Westen umgibt der Pazifische Ozean das Land, im Osten der Golf von Mexiko.

Die Geschichte Mexikos

Maya-Ruine in Mexiko
Die Maya-Stadt Chichén Itzá in Mexiko
Quelle: Wikimedia Commons

Vor der Entdeckung durch die Spanier war das Gebiet des heutigen Mexikos die Heimat bedeutender Kulturen. Über viele Jahrhunderte hinweg beherrschten die Maya dieses Gebiet. Sie hinterließen prächtige Bauten, von denen einige heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen und unter besonderem Schutz stehen. Jedoch gewannen die Azteken schließlich immer mehr Macht und zu der Zeit, als die Spanier erstmals nach Mexiko gelangten, wurde das Gebiet zum größten Teil von diesem Volk beherrscht. Als die Eroberer 1519 die Hauptstadt Tenochtitlán das erste Mal betraten, nahmen sie in einem Handstreich den aztekischen König Moctezuma gefangen und konnten so ohne große Kämpfe die Herrschaft übernehmen. Obwohl die Spanier zwischenzeitlich vertrieben wurden, schwächte eine durch die Europäer eingeschleppte Pockeninfektion die Bevölkerung so stark, dass sich die Rückeroberung ebenfalls relativ einfach gestaltete. An der Stelle der alten Hauptstadt Tenochtitlán wurde Mexiko-Stadt errichtet, das zum Zentrum des Vizekönigtums Neuspanien wurde.

1810 erklärte Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien, musste diese jedoch erst in einem langen Krieg erkämpfen. Erst 1821 konnte sich Mexiko von der fremden Herrschaft befreien. Das Gebiet Mexikos nahm schnell ab. Zunächst spalteten sich Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Honduras ab, 1846 griffen die USA Mexiko erfolgreich an und im Friedensvertrag 1848 verlor Mexiko etwa die Hälfte seines Staatsgebiets an seinen nördlichen Nachbarn.

Ein Vulkan im mexikanischen Hochland
Vulkane prägen das mexikanische Hochland
Quelle: Wikimedia Commons

Seit der Unabhängigkeit bis 1910 kam es zu häufigen Wechseln in der Regierung. Teilweise wurden die Regime durch europäische Mächte unterstützt, teilweise durch interne Kräfte. Alle waren jedoch undemokratisch und teilweise sehr gewalttätig. 1910 brachte die mexikanische Revolution die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) an die Macht, die bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts regierte. Die Herrschaft war zwar demokratisch legitimiert, jedoch sorgten Wahlfälschungen, Stimmenkauf und andere undemokratische Formen der Einflussnahme dafür, dass die Demokratie in Mexiko äußerst defizitär blieb. Erst seit dem Regierungswechsel im Jahr 2000 kann Mexiko als Demokratie bezeichnet werden.

Politik und Wirtschaft in Mexiko

Der Sitz der mexikanischen Regierung
Der Präsidentenpalast in Mexiko
Quelle: Wikimedia Commons

Mexiko ist als Bundesstaat organisiert, der aus 31 Teilstaaten und dem unabhängigen Hauptstadtbezirk Distrito Federal (DF) besteht. Das politische System besteht wie in den meisten lateinamerikanischen Staaten aus einem sehr starken Präsidenten, der zugleich Staats- und Regierungschef ist und einem in zwei Kammern gespaltenen Parlament, das jedoch im Vergleich zu den europäischen Parlamenten nur über wenig Einfluss verfügt. Fast über das gesamte zwanzigste Jahrhundert hinweg waren viele staatliche Institutionen mit Einrichtungen der Regierungspartei PRI verbunden. Dieses undemokratische Prinzip der Regierungspartei wurde erst mit dem Regierungswechsel im Jahr 2000 langsam abgebaut.

Wirtschaftlich ist Mexiko sehr eng mit den USA verbunden. Beinahe 90 Prozent der mexikanischen Exporte werden in die USA ausgeführt. Die Stellung der USA bei den Importen ist zwar etwas schwächer, erreicht aber ebenfalls beinahe 70 Prozent. Diese starke Abhängigkeit wurde 1994 mit der Gründung der Freihandelszone NAFTA (nach der spanischen Abkürzung auch als TLCAN bezeichnet) institutionalisiert. Die starke Abhängigkeit von den USA wird oftmals als negativ empfunden, weshalb die NAFTA ebenfalls als abgelehnt wird. Jedoch war diese große Abhängigkeit de facto bereits vor der Gründung der NAFTA gegeben. Der Freihandelsvertrag garantierte Mexiko immerhin die unbeschränkte Ausfuhr seiner Produkte in die USA, was für Mexiko durchaus als Verbesserung bewertet werden kann.

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